Ich liebe das Fliegen. Ich bin sehr froh, dass ich mir jetzt den Microsoft Flight Simulator 2024 zugelegt habe und wieder ein paar Runden drehen kann. Es war ein Hobby meiner Jugend.
Das hat schon richtig viel Spaß gemacht: von Hamburg nach München, von München nach Nizza, von Nizza nach Rom und wieder zurück nach Hamburg. Das waren tolle Strecken. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals eigene Flugzeuge gebastelt habe, die eine so unbeschreiblich hohe Leistung hatten, dass sie allein von den Kräften des Motors zerrissen wurden.
Das war lustig. Macht man heute nicht mehr. War halt mal ein bisschen Physikunterricht in der Praxis.
Aber die Faszination für die Technik – und vor allem für die Navigation – ist geblieben.
Mit dem Microsoft Flight Simulator 2024 hat Microsoft wirklich eine Software vorgestellt, die sensationell ist. Ich finde sie sehr gut. Nach einigen Patches und Updates läuft sie mittlerweile auch stabil, auch wenn es hier und da noch das eine oder andere lustige Szenario gibt.
Hochmut ist selten gut, oder so ähnlich. Ich bin vor Kassel-Calden gelandet und war froh über eine erfolgreiche Landung. Mit ILS ging es durch dichte Wolken und etwas Nebel hinunter. Irgendwann setzte die Maschine auf der Landebahn auf und rollte ganz entspannt entlang, um endlich den nächsten Taxiway zu erreichen und die Landebahn zu verlassen.
Mit einem Mal fiel ich einen Abhang hinunter – wo auch immer der herkam. Da war einfach ein Abgrund mitten neben der Landebahn. Ich dachte erst, ich sei irgendwo falsch gefahren oder hätte ein Luftfahrzeug übersehen. Also startete ich noch einmal neu und begab mich erneut in den Landeanflug. Aber nein: Tatsächlich gibt es dort einen massiven Szeneriefehler bei Kassel-Calden. Das war vor ein paar Wochen, ich weiß gar nicht, ob das inzwischen behoben ist. Aber es gibt ja genügend Add-ons und viele schlaue Leute, die Szeneriedaten zur Verfügung stellen.
Heißt für mich: Da werde ich noch einmal ein Update fahren. Ansonsten freue ich mich wirklich, wieder fliegen zu können. Die ersten größeren Routen habe ich auch schon hinter mir.
Früher bin ich tatsächlich gerne Airline geflogen. Warum auch immer ist es mittlerweile so, dass ich lieber mit einer Propellermaschine von Eisenach nach Toulon fliege. Keine Ahnung warum – wahrscheinlich, weil das Flugzeug weniger komplex ist und die VFR-Flugrouten einfach spannender sind.
Was ich allerdings dringend wieder üben muss, ist das Seitenruder. Das hatte ich früher so nicht, da ging es im Landeanflug hauptsächlich mit dem Querruder, und das Seitenruder war automatisiert. Schauen wir mal – noch ist nicht aller Tage Abend. Und wenn ich mir den einen oder anderen Sim-Piloten bei YouTube anschaue, ist da auch noch jede Menge Luft nach oben.
Man darf auch nicht vergessen: Das Ganze soll Spaß machen. Es ist nicht dafür da, um angestrengt eine Route abzufliegen und sich damit zusätzlichen Stress zu erzeugen. Fliegen soll einfach Spaß machen.
Gestern hatte ich eine Route von Eisenach nach Nizza. Die Sonne ging unter, ich bin an Heidelberg und Speyer vorbeigeflogen und dann über die Alpen – im Sonnenuntergang, im begleitenden Licht. Fantastisch.
Nebenbei trank ich eine Tasse Tee, was in einer echten Maschine natürlich nicht möglich wäre. Auch mal kurz aufzustehen ist möglich – ebenfalls eher unrealistisch. Aber ganz so hart an der Realitätsgrenze muss man dann ja auch nicht fliegen. Auf jeden Fall macht es sehr viel Spaß und ist ein wunderbares Hobby.
Zumindest kann man hier fliegen, wann man will. Wenn ich mir überlege, welche Kosten auf einen zukommen, wenn man real fliegt, ist das schon heftig. Natürlich ist die Realität kein Vergleich zum Flugsimulator. Aber wenn die grafische Entwicklung so weitergeht, darf man sehr gespannt sein, was in Zukunft noch möglich ist.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Flugsimulator dahingehend weiterentwickelt wird. Ein weiteres wichtiges Argument ist, dass man hier Flugzeuge fliegen kann, die man sonst niemals fliegen würde – etwa einen A320neo oder einen A380. Das ist für normale Menschen vollkommen außerhalb der Reichweite.
Daher sind auch die Kosten für eine ordentliche Grafikkarte oder eine VR-Brille irgendwo gerechtfertigt. VR-Fliegen macht insgesamt wahnsinnig viel Spaß. Man kann aus dem Flugzeug herausschauen, und besonders lustig ist, dass man sich manchmal sogar in den laufenden Motor hineinbeugen kann.
Natürlich völliger Blödsinn – aber irgendwie auch witzig. Schön ist es auf jeden Fall, über Deutschland, Frankreich oder Spanien zu fliegen, Sehenswürdigkeiten aus der Luft zu betrachten und einfach dorthin zu fliegen, wo man möchte. Starten von dem Flughafen, den man will.
Was ich übrigens sensationell finde: Dass das Meigs Airfield, das es in Chicago real gar nicht mehr gibt, im Flugsimulator wieder Einzug gehalten hat. Das war früher immer der Standardflughafen. Ich gebe zu, dass ich in meiner Jugend sehr gerne von dort gestartet bin.
Paradoxerweise starte ich heute meist aus der Heimat – vom Flugplatz Kindel bei Eisenach.