Faszination unter Tage: Unser Ausflug ins Erlebnis-Bergwerk Merkers
Es ist immer wieder faszinierend, das Bergwerk in Merkers zu besuchen. Mein Großer war nun endlich in dem Alter gewesen, dass ich mit ihm in das Bergwerk einfahren konnte.
Er war schon ganz gespannt: Wie würde das laufen? Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, ihn ein wenig aufzuziehen. 20 Kilometer müssen wir da unten laufen, sagte ich zu ihm.
War natürlich Quatsch. Wir werden da unten mit einem kleinen Lkw umhergekart, aber nun ja, das musste er ja nicht wissen. Mit großen Augen hat er mich dann angeschaut.
20 Kilometer, ach du meine Güte! Wie lange sind wir denn da unterwegs? Schließlich löste sich dann alles auf.
Sicherheitsunterweisung und Einfahrt in den Stollen
Nach der Sicherheitsunterweisung, die obligatorisch mit dazu gehört, ging es in den Berg. Wir waren über 110 Leute gewesen, die nach unten gefahren wurden. Ziemlich genial.
Als wir unten angekommen sind, wurden wir auf die jeweiligen Lkw aufgeteilt, nachdem wir durch eine Sicherheitsschleuse beziehungsweise Wetterschleuse gelaufen waren.
Woher kam denn eigentlich dieser Unterdruck und Überdruck? Ich hatte es mir vom Bergmann erklären lassen. Im Berg selber gibt es eine riesen Ventilationsanlage, die die Luft nach außen drückt.
Logischerweise muss ja irgendwann wieder Luft nachkommen. Das wird entsprechend über die Schächte gleich dem, aus dem wir gekommen sind, Luft nachgesaugt.
Dementsprechend entsteht ein Unterdruck beziehungsweise entstehen diese unterschiedlichen Drücke, sodass diese dann eben ausgeglichen werden müssen. Ziemlich interessant.
Vom historischen Museum zur großen Salzhöhle
Mit dem Lkw ging es dann weiter in das Museum. Natürlich kommt es immer darauf an, wer in dem Museum die Führung macht und wer, wie, was erklärt. Machen sie aber alle super.
Es gibt typische Fragen: Kennt jemand diese Schaufel? Wie ist der Name dieser Schaufel? Weiberarsch.
Warum heißt diese Schaufel so? Ja, weil sie die Form von – man kann sich das Ganze schon denken. Ziemlich witzig zum Teil, und ziemlich interessant.
Wenn man dann gleichzeitig schaut, dass manche Sachen eben erst gerade mal 100 Jahre alt sind, macht es nachdenklich.
100 Jahre liegen zwischen Handarbeit bis zur hochmasschinellen Verarbeitung zurück. Das ist ja Wahnsinn. Spannend aber auf jeden Fall obendrauf.
Vom Museum ging es dann weiter in die große Galerie, in die große Halle, wo bis in die 90er hinein 50.000 Tonnen Salz zwischengelagert wurden, die dann über die Feiertage oder am Wochenende ausgefahren wurden.
Eine Wahnsinns-Höhle. Dieser Raum wurde die ganze Zeit als Konzertsaal genutzt. Ziemlich genial. Leider werden die Konzerte in der Zukunft nicht mehr stattfinden.
Sicherheitsauflagen und Brandschutz erfordern so hohe Investitionssummen durch die Firma K+S, dass nach den aktuellen Meldungen der Betrieb von Kulturveranstaltungen im Berg selber komplett eingestellt wird.
Das ist irgendwo sehr schade, dass es wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist und auch von den Konzertkarten her nicht mehr darstellbar sei, finde ich äußerst schade.
Aber logischerweise ist es ein wirtschaftliches Risiko für eine Firma, mehrere Millionen in die Hand zu nehmen, und die Ticketpreise auf 150 Euro aufwärts ansetzen zu müssen. Ein unüberschaubares wirtschaftliches Risiko, ob dann überhaupt noch so viele Besucher in den Berg strömen würden.
Verabschieden wir uns also von dem großen Konzertsaal. Weiter ging die Reise auf dem Lkw in das nächste Museum, bei dem es einen ziemlich eiskalt den Rücken hinunterläuft.
Auf den Spuren des Reichsbank-Goldes
Zumindest geht es mir jedesmal so. Denn da ist die große Schleuse, das große Museum, wo das Reichsgeld, das Gold der Reichsbank aus dem Dritten Reich, eingelagert war.
Genau an dieser Stelle stand Eisenhower. Da standen andere Soldaten. Da standen mal Maschinengewehre und Jeeps, die eingefahren wurden, um das ganze Zeug rauszubringen.
Man legte Attrappen aus, um zu zeigen, wie es damals ausgesehen hatte. Beeindruckend.
Das ein oder andere Foto ist noch zu sehen, um sich anzuschauen, wie das damals ausgesehen hatte. Mein Großer war sichtlich beeindruckt, dass so viel Geschichte zum Greifen nah im benachbarten Örtchen tief im Stollen zu finden ist.
Ja, man muss für große Historie und Geschichte gar nicht unbedingt erst nach Berlin fahren, um diese wirklich zu erfahren.
Sonst ist Geschichte für die Kinder irgendwo nicht greifbar, irgendwie was Abstraktes. Da kann man Geschichte auf einmal wirklich erleben.
Von dort aus ging es in die Kristallgrotte, ein kurzer kleiner Drink, den man dort zu sich nehmen konnte in Form von Fanta logischerweise, um der extrem trockenen Luft etwas entgegenzuhalten.
Nachdem wir die Kristallgrotte betrachtet hatten (wunderschönes Konstrukt kristallisierten Salzes) ging es wieder nach oben.
Dass das alles irgendwann mal Meer war, dass sich hier irgendwo mal das Salz abgelagert hatte, das ist irgendwie so abstrakt, fast schon nicht greifbar, aber von der Geologie ziemlich interessant.
Ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie
So gesehen ist bei der Tour im Erlebnis-Bergwerk Merkers für jeden etwas dabei. Sowohl für die Erwachsenen, wenn man so will, um den geschichtlichen Hintergrund und auch die Geologie zu begreifen, als auch für die Kinder, für die die Tour mit Lasershow bzw. die Fahrt auf dem Lkw natürlich wahnsinnig interessant und spannend ist.
Durch die engen Gassen, die man da durchfährt, denkt man, man würde mit einer hohen Geschwindigkeit durch den Berg rauschen. Dabei sind es manchmal nur 20 beziehungsweise 30 Kilometer pro Stunde.
Nicht umsonst ist man ja nicht angeschallt. Wenn man dann da auf diesem Lkw sitzt und hat neben sich Leute sitzen, die das erste Mal diese Tour machen, muss man unweigerlich auch mitgrinsen und feixen.
Für diese ist das sehr, sehr spannend, das so zu erleben, und ich muss mit meinen Mitmenschen lachen.
Auf jeden Fall ist das Erlebnis-Bergwerk Merkers immer wieder einen Besuch wert. Ich war jetzt bestimmt das fünfte Mal schon im Berg gewesen und bin jedes Mal wieder beeindruckt.
Zumal, wenn man sich überlegt, dass über einem 800 Meter Erde sind, dass das alles so hält, dass das alles stabil ist, dass der Berg dort nicht zusammenkracht, ist das einfach irre.
Dass aber auch eine gewisse Gefahr immer noch besteht und dass immer mal was passieren kann, behalte ich im Hinterkopf und denke an das Grubenunglück in Unterbreizbach vor eine paar Jahren.
Dass immer etwas passieren kann, dass immer ein gewisses Restrisiko bleibt, steht außer Frage und das muss man sich immer wieder vor Augen führen.
Häufig gestellte Fragen
Wie verläuft die Fahrt in das Bergwerk Merkers?
Nach einer obligatorischen Sicherheitsunterweisung fährt man mit einem speziell umgebauten Lkw tief in den Stollen ein, was besonders für Kinder ein großes Abenteuer ist.
Welche historischen Highlights gibt es im Bergwerk zu sehen?
Zu den absoluten Höhepunkten zählen das Museum mit historischen Werkzeugen, der riesige unterirdische Konzertsaal sowie die originalgetreue Nachbildung des Reichsbank-Goldlagers.
Ist ein Besuch im Bergwerk auch für Kinder geeignet?
Ja, dank der spannenden Lkw-Fahrt, spektakulärer Lasershows und anschaulicher Geschichte ist der Ausflug für die ganze Familie sehr abwechslungsreich.