Wenn man an Stephen King denkt und gleichzeitig an Hörbücher, dann fällt mir sofort ein Name ein: David Nathan. Für mich steht er wie kaum ein anderer für unglaublich gute Unterhaltung im Hörbuchbereich.
David Nathan versteht es mit einem unglaublichen Geschick, die Bücher von Stephen King in nahezu hörspielhafter Form zum Leben zu erwecken. Wir reden hier von einer echten Koryphäe unter den deutschen Sprechern. David Nathan hat unzählige Hollywoodgrößen synchronisiert und steht für mich persönlich für sensationelles Hörkino.
Wenn man einmal erlebt hat, wie David Nathan Stephen Kings „Es“ – wohl eines der bekanntesten Werke des Autors – eingesprochen hat, dann versteht man sofort, was ich meine. Man hat fast das Gefühl, er steht zähnefletschend vor dem Mikrofon, während er das absolut Böse verkörpert. Im nächsten Moment springt er wieder zurück und spricht weibliche Figuren oder völlig andere Charaktere, jede Rolle mit ihrer ganz eigenen Stimme.
Das ist sensationelles Hörkino – ein echter Genuss.
Ich kann mich noch sehr gut an einen Moment erinnern, als ich auf der Baustelle arbeitete und bereits zum dritten oder vierten Mal das Hörbuch gehört habe. Und wohlgemerkt: Wir reden hier von über zwanzig Stunden Hörbuchdauer.
Es war spät abends auf der Baustelle. Während David Nathan gerade das Böse durch die Kanalisation kriechen ließ, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. In genau diesem Moment stand plötzlich mein Nachbar neben mir und fragte: „Möchtest du eine Bratwurst?“
Ich bin dabei fast zu Tode erschrocken.
Ich war gedanklich vollkommen im Hörbuch versunken. Komplett weg.
Und genau das schafft David Nathan immer wieder – egal bei welcher Geschichte. Er erschafft eine Atmosphäre, die einen komplett in die Geschichte hineinzieht. Das ist wirklich beeindruckend.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele David Nathan schon einmal gehört haben. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass Stephen King im Hörbuchbereich ohne David Nathan eine ganz andere Wirkung gehabt hätte.
So aber ist es für mich ein echter Genuss.
Vielleicht muss ich das einfach so ehrlich sagen: Ich habe verschiedene Stephen-King-Hörbücher auch mit anderen Sprechern gehört. Aber inzwischen bin ich so sehr an David Nathan gewöhnt, dass es für mich fast nicht mehr richtig stimmig wirkt, wenn jemand anderes Stephen King liest.
Eine Ausnahme bildet für mich „Shining“. Dieses Hörbuch wird von Dietmar Wunder gesprochen – und auch das ist natürlich ein sensationeller Sprecher.
Aber dennoch: Für mich bleibt David Nathan die Stimme von Stephen King.
Und wer weiß – vielleicht gelingt es mir ja irgendwann einmal. Wenn eines meiner Bücher eines Tages von David Nathan, Gerd Heidenreich oder Oliver Siebeck eingesprochen werden würde, wäre das für mich als Autor ein unglaubliches Kompliment.
Schauen wir mal, ob ich das irgendwann hinbekomme.
Bis dahin höre ich weiter Hörbücher – und genieße jede Minute davon.
Und genau mit diesem Gedanken schließe ich diesen Artikel mit einem kleinen Schmunzeln.