Da waren sie schon, die ersten Äußerungen: Webseiten seien bald tot. In zwei Jahren, so lautete es in einem Artikel, würden Webseiten nicht mehr existieren. Warum? Weil alles von der KI gesucht und beantwortet wird.
Ich muss sagen: Da bin ich geteilter Meinung. Natürlich stellt sich mir die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, diesen Blog zu betreiben. Macht es Sinn, diesen Blog weiter auszubauen?
Webseiten sollen bald verschwinden?
Aber ich glaube schon, dass es genügend Leser gibt, die meine Texte direkt lesen wollen. Nehmen wir einmal ein anderes Puzzleteil.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass auf einer Buchmesse die Aussage gefallen ist: Wenn wir Bücher als KI-generiert kennzeichnen würden, würden diese Bücher vermutlich kaum noch gelesen werden. Das ergibt irgendwo auch Sinn. Denn ich möchte keine Bücher lesen, die mir eine Maschine generiert hat. Ich möchte Bücher lesen, die von Menschen geschrieben wurden.
Bei mir sind das zum Beispiel John Grisham, Stephen King, Martin Suter oder Andreas Gruber, um nur einige zu nennen. Das sind momentan meine Lieblingsautoren. Aber auch nur deswegen, weil ich momentan gar nicht dazu komme, viele andere Autoren wirklich zu lesen.
Es gibt natürlich noch viele weitere. Charlotte Link zum Beispiel oder Rebecca Gablé. Auch sie schreiben großartige Bücher, die ich sehr gerne lese.
Warum ein persönlicher Blog trotzdem Sinn macht
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Lohnt es sich überhaupt noch, eine Website zu betreiben?
Ich möchte diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Die Antwort darauf ist eigentlich relativ einfach. Wenn man mir als Mensch irgendwo begegnet und mit mir eine Interaktion hat, dann möchte man vielleicht auch mehr über diesen Menschen erfahren. Und ich glaube, dass das über einen persönlichen Blog relativ gut möglich ist.
Natürlich kann man ein Gesicht veröffentlichen und dahinter KI-generierte Texte laufen lassen. Nach aktuellem Stand ist es so, dass eine KI den Ton eines Menschen durchaus imitieren kann. Dann wird es schwierig nachzuvollziehen, ob ein Text wirklich vom Autor selbst stammt oder von einer Maschine.
Aber ich glaube trotzdem, dass man zwischen den Zeilen merkt, ob dort echte Emotionen drin sind oder nicht. Natürlich würden KI-Begeisterte jetzt sagen: Auch eine KI kann Emotionen erzeugen. Das ist richtig.
KI als Werkzeug beim Schreiben
Ich bin selbst KI-begeistert und finde diese Entwicklung faszinierend. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Rechtschreibung. Natürlich lasse ich meine Texte von der KI rechtschreibtechnisch auf Vordermann bringen. Genauso korrigiere ich damit grammatikalische Fehltritte, die beim Schreiben einfach entstehen.
Mich persönlich befreit das von dem Zwang, während des Schreibens ständig auf Rechtschreibung und Grammatik achten zu müssen. Man kann die Gedanken einfach fließen lassen. Im Grunde genommen sitzt ein persönlicher Lektor neben mir.
Bevor jetzt wieder Lektoren die Hände heben: Natürlich ist es etwas anderes, ob ein Mensch lektoriert oder eine Maschine. Das steht außer Frage.
Die eigentliche Frage ist doch eher: Nutze ich die KI für einfache Blogtexte – oder für einen Roman?
Ich denke schon, dass bei einer gewissen Größenordnung, zum Beispiel bei einem Roman von Stephen King, der Text selbstverständlich von einem Menschen lektoriert und geprüft werden sollte.
Warum ich trotzdem weiter schreibe
Für mich ist deshalb klar: Ich werde meine Website weiter betreiben und schauen, wo die Reise hingeht. Natürlich ist vieles im Wandel.
Natürlich gab es viele Seiten, die entstanden sind und später wieder verschwunden sind. Aber wenn man genauer hinschaut, waren es oft Seiten, die ohne echtes Herz betrieben wurden oder reine Plattformprojekte waren.
Nehmen wir zum Beispiel StudiVZ oder ähnliche Plattformen aus dieser Zeit. Heute gibt es Facebook, Instagram oder TikTok mit Millionen von Nutzern. Und irgendwann wird wahrscheinlich auch wieder ein neues Netzwerk entstehen, zu dem die Jugendlichen wechseln – einfach, weil sie ihren Eltern wieder ein Stück voraus sein wollen.
Viele Jugendliche sind heute auf Snapchat unterwegs. Dort bin ich zum Beispiel gar nicht mehr mitgegangen.
Ein Autorenblog bleibt ein Autorenblog
Die Welt verändert sich ständig. Das ist klar. Ob Webseiten irgendwann wirklich verschwinden oder ob ich vielleicht zu spät auf diesen Zug aufgesprungen bin, wird sich zeigen.
Aber eines steht für mich fest: Genau deshalb betreibe ich diesen Blog.
Ich schreibe gerne. Schreiben ist für mich eine Leidenschaft. Und ich bin gespannt, wie sich das alles über die Jahre weiterentwickeln wird.
Texte entstanden früher mit Papier und Bleistift. Dank des Buchdrucks konnten sie verbreitet werden. Heute entstehen Texte über Tastatur oder Diktat und werden über Webseiten und E-Books veröffentlicht.
Katharina Lewald hat in ihrem Podcast einmal sehr schön gesagt, dass man manchmal Artikel schreibt und gar nicht versteht, warum einige plötzlich ranken und andere überhaupt nicht gelesen werden. Manche Texte sind schnell geschrieben und gehen auf einmal durch die Decke.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dranzubleiben.
Warum Persönlichkeit wichtiger ist als Marketing
In den Jahren um 2000 bis 2010 sind viele Coaches – oder sagen wir Pseudocoaches – entstanden. Viele Menschen wollten sich selbstständig machen und online Geld verdienen.
Für einige war es scheinbar einfach: Ein E-Book schreiben und hoffen, dass es durch die Decke geht.
Heute können durch KI theoretisch am laufenden Band E-Books entstehen. Aber der eigentliche Punkt ist doch: Viele sind trotzdem nicht erfolgreich geworden.
Warum? Weil sie ihre eigene Persönlichkeit nicht gezeigt haben. Weil sie sich hinter Systemen versteckt haben, die teilweise eher an Schneeballsysteme erinnerten.
Genau das möchte ich vermeiden.
Ich möchte keine Pseudofirma aufbauen und keinen Fantasienamen vermarkten, wie es in den frühen Online-Business-Jahren oft der Fall war.
Dieser Blog ist ein Autorenblog.
Und weil es ein Autorenblog ist, werde ich weiter schreiben.
Vielleicht lesen meine Kinder diesen Blog
Und selbst wenn dieser Blog am Ende nicht gelesen wird – weder von Menschen noch von irgendeiner KI – dann ist das eben so.
Vielleicht werden irgendwann meine Kinder diesen Blog lesen.
Vielleicht verstehen sie dann ein Stück besser, warum diese Leidenschaft da war.
Warum ich so gerne geschrieben habe.
Muss man alles begründen?
Nein. Man muss nur wissen, was einem gefällt – und es dann einfach tun.
Bei mir ist das das Schreiben.