Schreiben über das Schreiben ist das eine. Über den eigenen Blog zu schreiben ist noch einmal etwas anderes. Genau diese Frage habe ich in den letzten Tagen mehrfach mit der KI diskutiert. Ich nutze sie inzwischen häufig als Sparringspartner für Gedanken. Mir geht es dabei nicht darum, die KI denken zu lassen. Ich versuche vielmehr, mit ihr zu denken. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele Schüler meiner Meinung nach falsch verstehen.
Interessiert das überhaupt jemanden?
Eine der Fragen, die dabei immer wieder auftaucht, ist relativ simpel: Interessiert es überhaupt jemanden, wenn jemand über seinen eigenen Blog schreibt? Vielleicht habe ich diese Frage an vielen Stellen schon einmal gestellt. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich viele Gedanken mittlerweile mit der KI diskutiere. Sie ist für mich so etwas wie ein Gesprächspartner geworden.
Die Überlegung dahinter ist einfach: Wie baut man heute überhaupt noch einen Blog auf? Ich bin mit diesem Projekt sehr spät dran. Es gab einmal eine Zeit, ungefähr zwischen 2010 und 2020, in der persönliche Blogs regelrecht geblüht haben. Sie wurden gerne gelesen. Viele Menschen haben ihre Gedanken, Erfahrungen und Geschichten dort veröffentlicht.
Dann kam Social Media. Mit Facebook, Instagram und später TikTok verschwanden viele dieser persönlichen Blogs langsam aus dem Blickfeld. Wenn man heute im Internet recherchiert, findet man sehr schnell Stimmen, die behaupten: Blogs sind tot. Es lohnt sich gar nicht mehr, damit anzufangen. Niemand wird das lesen.
Sind Blogs wirklich tot?
Ist das wirklich so? Sind Blogs tatsächlich tot? Wird in Zukunft alles nur noch von KI geschrieben? Wird es irgendwann keine Autoren mehr geben?
Natürlich ist es faszinierend, was künstliche Intelligenz heute leisten kann. Eine KI kann inzwischen ganze Bücher generieren. Sie kann Ratschläge geben und Zusammenfassungen schreiben. Man könnte fast sagen: Warum noch einen Ratgeber lesen, wenn eine KI bereits zwanzig Ratgeber verarbeitet hat und daraus eine Antwort formulieren kann?
Die KI kennt sogar die Bewertungen und Kommentare zu diesen Büchern und kann daraus ableiten, welches Buch vielleicht besonders hilfreich gewesen ist. Die Welt entwickelt sich weiter, das lässt sich nicht aufhalten.
Trotzdem komme ich immer wieder zu derselben Frage zurück: Lohnt sich ein Blog heute noch?
An anderer Stelle habe ich bereits geschrieben, dass ich auf jeden Fall weiter bloggen werde. Und wenn dieser Blog am Ende nur für meine Kinder existiert, damit sie in zehn oder zwanzig Jahren meine Gedanken nachvollziehen können.
Der Fehler mit der riesigen Struktur
Jetzt stehe ich allerdings wieder am Anfang dieses Webprojekts und frage mich: Wie baue ich es sinnvoll auf?
Einen Fehler habe ich bereits gemacht. Einen klassischen Fehler. Ich habe mir eine riesige Artikelstruktur überlegt. Einen Kategorienbaum mit unzähligen Themen. Als ich das alles vor mir gesehen habe, habe ich sofort gemerkt: Das ist völlig übertrieben.
Mit dieser Struktur hätte ich im Grunde mit großen Magazinen konkurrieren können. Das ist natürlich Unsinn. In meinem Leben gibt es bestimmte Hauptthemen, und über diese Themen möchte ich schreiben.
Die Themen, die mich wirklich beschäftigen
Ein Thema ist zum Beispiel die künstliche Intelligenz. Ein anderes ist das Schreiben selbst. Wie entstehen Ideen? Wie entwickelt man Texte? Wie kann man KI als Werkzeug nutzen?
Dann gibt es Themen aus dem Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Zeitmanagement. Fragen nach Glück, nach Ruhe in einer sehr hektischen Welt. Auch der Buddhismus spielt in meinen Gedanken eine Rolle.
Mich interessieren außerdem kritische Fragen über Arbeit, Balance und darüber, wie man in einer zunehmend komplexen Welt Orientierung findet.
Vielleicht gelingt es mir sogar einmal, einen Gedanken zu formulieren, den irgendein Forscher oder Wissenschaftler entdeckt und weiterdenkt. Wer weiß das schon.
Ein großes Archiv von Gedanken
Die eigentliche Idee hinter diesem Blog ist ein großes Archiv. Ein Zettelkasten im Internet. Ein Ort, an dem Gedanken gesammelt werden.
Dass ich schreiben kann und auch schreibe, habe ich an anderer Stelle bereits festgestellt. In den letzten Jahren sind ungefähr 1,5 Millionen Wörter entstanden. Diese Zahl ist mir erst vor Kurzem wirklich bewusst geworden.
Das sind viele Bücher. Eine Menge Texte. Und ich möchte diese Energie künftig stärker in diesen Blog lenken.
Der Blog soll ein Ort sein, an dem Gedanken entstehen, sich miteinander vernetzen und vielleicht irgendwann zu Büchern werden.
Weniger Kategorien, mehr Inhalte
Für dieses Projekt brauche ich keine vierzig Kategorien. Zehn Kategorien reichen völlig aus. Innerhalb dieser Kategorien können sich dann viele Artikel ansammeln.
Ob in einer Kategorie fünfzig oder hundert Artikel liegen, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Struktur einfach bleibt.
Das eigentliche Netz entsteht durch interne Verlinkungen und durch Tags. Dadurch entsteht langsam ein Spinnennetz aus Gedanken.
Keine KI-Texte, sondern meine eigenen
Ich habe allerdings einen Fehler gemacht. Ich habe angefangen, mir über die KI Texte generieren zu lassen. Das führte dazu, dass ich plötzlich mehr Textfragmente als fertige Artikel hatte.
Das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte. Die Texte sollen von mir stammen. Die KI darf mir beim Lektorat helfen oder bei der Rechtschreibung. Aber der Inhalt soll meiner sein.
Dafür stehe ich mit meinem Namen.
Der Blog als Ausgrabung
Während ich über diese Dinge nachgedacht habe, kam mir ein Bild in den Kopf. Die KI hatte mich gefragt, auf welches Fundament ich diesen Blog stellen möchte.
Meine Antwort darauf war überraschend einfach: Ich weiß es noch nicht.
Ich sehe mich eher wie einen Archäologen. Ich beginne zu graben. Schicht für Schicht lege ich etwas frei. Was genau darunter liegt, weiß ich noch nicht.
Je länger ich schreibe, desto mehr wird sichtbar werden.
Vielleicht entstehen neue Themen. Vielleicht verschwinden andere wieder. Vielleicht entdecken wir Gedanken, die heute noch gar nicht sichtbar sind.
Schreiben wie Stephen King
Dieses Bild erinnert mich an eine Passage aus Stephen Kings Buch über das Schreiben. Er beschreibt dort, dass er seine Figuren einfach auf die Bühne stellt und beobachtet, was passiert.
Manchmal passiert gar nichts. Dann ist die Geschichte langweilig. Aber manchmal beginnen diese Figuren Dinge zu tun, die ihn selbst überraschen.
Dann schreibt er weiter. Und wenn die Geschichte irgendwann zu Ende ist, lehnt er sich erschöpft zurück und merkt: Da ist etwas entstanden.
Genau so möchte ich mit diesem Blog umgehen.
Ich möchte einfach anfangen zu graben.
Mal sehen, welche Schätze dabei zum Vorschein kommen.

