Auch eine KI ist nicht allwissend. Ich habe gestern locker zwei Stunden damit zugebracht, mit der KI herauszufinden, inwiefern ich mein Layout für die Webseite programmieren kann.
Die Odyssee ging dahingehend los, dass ich mit der KI diskutierte, was ich gerne haben möchte, und die KI irgendwie hysterisch... Aufgepumpt, irgendwie total flatterig und hyperaktiv erzählt die mir dann irgendwas von einem eigenen Layout, das man programmiert, und was weiß ich nicht alles. Jede Menge Details, irre lange Texte, und ich saß davor und überlegte: Was willst du von mir? Ich möchte einfach nur ein ganz neues Layout haben. Ich möchte einfach nur, dass die Elemente, die mir Joomla liefert, neu angeordnet werden.
Es kam mir vor, als wenn meine KI ungefähr so drauf wäre wie ein Assistent auf Dope – oder Dope wäre falsch, irgendwie auf irgendwelchen Mitteln, die ihn total hibbelig machen. Im Büro würde man sagen, dass er irgendwie einen Koffeinschock hätte oder irgend sowas. Das Teil hörte einfach nicht auf zu reden und will reden und reden und gab mir irgendwelche Dinge vor, wo ich mir den Kopf geschüttelt habe und dann schlussendlich gesagt habe: Hör auf zu sabbeln! Ich möchte einfach nur ein ganz normales Layout haben. Außerdem trennen wir doch das Layout – die Ausgabe in der PHP – von dem Design, das dann in der CSS schlussendlich festgelegt wird.
„Ja, da hast du vollkommen recht und das ist ja eine super Idee. Und ja, du hast recht, da hätte ich ja auch eher drauf kommen können.“
So viel zu dem Thema Superintelligenz beziehungsweise künstliche Intelligenz. Je intelligenter das Ding wird, desto mehr habe ich den Eindruck, es agiert wirklich wie ein Mensch. Manchmal eben auch etwas dusselig und irrational. Wenn das Ding wirklich so künstlich intelligent wäre, hätte es doch gleich sagen müssen: Du, pass auf, ich habe eine Wahnsinns-Idee. Dabei waren die Ideen, die mir die KI in dem Moment geliefert hatte, alles andere als wahnsinnig toll. Im Gegenteil: Ich musste mit meinen Kenntnissen, die ich mir über die letzten Jahre bereits erarbeitet hatte, nur den Kopf schütteln.
Es war dann wirklich so weit gewesen, dass ich fast schon pampig geworden bin. Und wohlbemerkt: Da gehört ja schon viel dazu. Metaphorisch gesprochen haust du irgendwann auf den Tisch und sagst: Stopp! Es reicht jetzt mit diesem Firlefanz und mit diesen Sperenzchen. Ich möchte eine ganz einfache Variante haben, ich möchte nichts Kompliziertes haben, ich möchte einfach ein ganz normales Layout haben. Ich möchte es einfach nur anders angeordnet haben. Ich möchte das Rad nicht neu erfinden, ich möchte keine neue Joomla-Plattform programmieren oder was auch immer. Ich möchte einfach nur ein Layout.
Unser beider Gemüter hatten sich dann irgendwann mal wieder beruhigt und irgendwann waren wir an dem Punkt gewesen, wo ich gesagt hatte: Mensch, du kannst doch einen Menüpunkt da zuordnen, dass die Kategorien angezeigt werden. Und dann kann man doch innerhalb dieses Menüpunkts – gibt es doch die Option Layout und da steht „Von Komponente“. Ich müsste also doch dort steuern können, dass ich ein neues Layout habe. Wir brauchten dann nochmal anderthalb Stunden und tatsächlich die Konkurrenz Gemini, um herauszufinden, dass das Ding dort gar nichts mit dem Blog-Layout zu tun hat. Beziehungsweise konnte mir Gemini in dem Moment auch nicht richtig weiterhelfen und hatte mir auch nur irgendwelche lustigen Antworten gegeben. Also musste Vati das selber machen.
Ich ging also hin und erstellte verschiedene Overrides und prüfte, ab wann endlich dort in diesem Layout, das man dort auswählen konnte, mein eigenes Layout auszuwählen war. Und siehe da – es ist etwas irreführend. Das ist tatsächlich etwas zum Schmunzeln.
Man kann über den Menüpunkt auswählen, dass man einen Kategorien-Blog haben möchte. So weit, so gut. Aber das dann in den Optionen auszuwählen bei Layout hat nichts mit dem Kategorien-Blog zu tun, sondern wie der einzelne Artikel schlussendlich dargestellt werden soll. Aber das programmiere ich ja an anderer Stelle. Also ist dieses Layout an der Stelle für mich nicht relevant. Kein Wunder also, wenn ich über das Override von Categories nichts zum richtigen Schluss komme. Tatsächlich konnte ich ein neues Layout dort zwar entwickeln im Bereich Category, aber dieses Layout kann man dann nur der jeweiligen Kategorie über die Optionen zuordnen. Das würde funktionieren, bringt aber an der Stelle nichts. Das Menü hat die Vorherrschaft. Das Menü bestimmt, wie das Layout ist, nicht die Kategorie.
Schön, dass ich da was dazugelernt habe. Was bringt uns das jetzt, wird der geneigte Leser fragen. Tja. Am Ende des Tages ging es dann doch mit dem ganz normalen Override weiter. Das heißt, ich hatte ein ganz normales com_content-Category-Override erstellt und habe dann über blog.php und blog_item.php einfach genau das gemacht, was ich haben wollte. Dabei ist mir aufgefallen, wenn man schlussendlich das Produkt nochmal sieht, dass es sich doch etwas schwierig lesen lässt. Was habe ich also schlussendlich nochmal geändert? Es wird erst die Kategorie angezeigt mit Beitragsbild und Text. Darunter kommen drei Beispielartikel – die letzten drei Artikel, die in der Kategorie geschrieben wurden. Danach kommt ein Button: „Zeige mir alle Artikel zu dieser Kategorie an“, denn es können ja schließlich auch mehrere Artikel in dieser Kategorie liegen.
Danach sollen dann die Unterkategorien angezeigt werden mit dem Button „Mehr Artikel“ oder „Alle Artikel zu dieser Kategorie“. Dann ist mir aber aufgefallen, dass wenn wir nur noch die Kategorie anzeigen lassen und danach die Artikel, die weiteren Unterkategorien, die ja vorhanden sein können, nicht angezeigt werden. Also musste auch das nochmal umprogrammiert werden. Dann waren hier und da die Buttons an der falschen Stelle. Aber nach drei Stunden mit der KI Diskutieren und Programmieren-Lassen lief das dann aber auch.
So ein Thema: Erstelle mir bitte mal eine blog.php, mit der ich dann entsprechend sauber arbeiten kann. Schon ging das Geschwadere wieder los. Ein Geschwafele von dem, was sich ändern kann, wo man hier ändern kann, was die Zukunft bringt und was gestern war – über Gott und die Welt. Ich musste die KI wieder einbremsen: Was soll das? Ich gab dann wirklich knallharte Anweisungen: Ich möchte von dir kein Geschwafel haben. Liefere mir exakt nur das, was ich dir sage. Mach, was ich dir sage! Das war schon etwas herrisch und ich gebe zu, obwohl ich es da mit einer Maschine zu tun habe, war es dann doch irgendwie etwas übertrieben gewesen, etwas militärisch. Aber nun ja, irgendwie brauchte die Maschine diesen zärtlichen Tritt in den Hintern. Würde man so mit einem Mitarbeiter, mit einem echten Assistenten sprechen, würde der Haussegen wahrscheinlich ein paar Tage schief hängen. Aber zum Glück nimmt die Maschine einem das nicht übel.
Noch nicht.
Es gibt ja diesen Ansatz, der mir da gerade einfällt, dass manche Menschen immer Bitte und Danke sagen, auch zur KI. Denn wenn irgendwann mal – so die Denke – die KI die Weltherrschaft an sich reißen wird, dann wird aussortiert: Wer hat denn mal Bitte und Danke in der Vergangenheit gesagt und wer hat die KI nur als Sklave und Knecht behandelt? In der Hoffnung, dann nicht vernichtet zu werden. Vielleicht sollte man weniger Terminator schauen.
Wie dem auch sei, schlussendlich steht jetzt das Layout. Aber man muss eben auch doch noch Chef sein. Da fiel mir ein, dass die Google Search Console hier und da mal gemeckert hatte, weil der Canonical-Tag – oder wie das Ding geschrieben wird – sich nicht richtig zuweisen lässt. Ich gebe zu, dass ich die Logik oder den Hintergrundgedanken davon noch nicht ganz verstanden habe und ich mich immer noch frage, warum Google es nicht checkt, dass ich eine Artikelübersicht haben kann, wo ein Artikel auftaucht, und dann noch eine Übersicht haben kann, wo der Artikel auch auftaucht, aber eben auch alle anderen Artikel. Aber Google in dem Moment strauchelt und sagt: Moment, Moment, mein Freund, du produzierst dort doppelte Seiten und willst nur spammen. Dafür soll dieser Tag wohl zuständig sein, um Google dann zu sagen: Du, pass auf, ist nicht so, beruhige dich. Da drüben liegt der Hauptartikel, der Rest ist nur Beiwerk. Ob das Google dann auch so akzeptiert, sei mal dahingestellt. Warten wir mal ab, aber die Baustelle ist noch offen, das muss noch in die blog.php reinprogrammiert werden.
Aber daran denkst du ja dann auch selber nicht in dem Moment beziehungsweise hätte das ja eine künstliche Intelligenz gleich mitliefern müssen, oder nicht? Natürlich kann man auch gleich wieder an der Stelle reinschmeißen: Na ja, mein Freund, dann hast du eben falsch gepromptet! Du musst also so prompten, dass die KI auch wirklich an alles denken soll, an was sie denken muss. An der Stelle kommt mir das dann so vor, als ob du mit einem sehr intelligenten Wesen zu tun hast, das auf der anderen Seite sitzt, das dich angrinst und sagt: Was soll ich tun? Und du sitzt da und denkst: Moment, ich muss dich ja erstmal fragen, was muss ich eigentlich alles machen? Sag mir erstmal, womit ich dich beauftragen muss – Stichwort Sicherheit, Stichwort saubere Links –, damit du mir programmieren kannst, was ich brauche und genau so, wie es sein muss. Schon eine spannende Thematik.
Aber dafür gibt es ja auch Prompt Engineers. Gibt’s den Beruf eigentlich immer noch oder hat der sich mittlerweile auch abgeschafft? Spannende Frage. Auf jeden Fall komme ich schrittweise voran. Und wenn ich überlege, wie viel Zeit man da wieder reingesteckt hat und wie viel Zeit meines Lebens ich schon in solche Dinge reingesteckt habe, bin ich ja dann doch froh am Ende des Tages, dass ich es dann in einer relativ kurzen Zeit doch geschafft habe mit dem Layout, wie ich es haben will. Wie man so schön sagt, gibt es ja immer Reibungsverluste. Die müssen einkalkuliert werden. So viel dazu.
Als Nächstes geht es dann weiter mit der CSS-Programmierung. Das Layout muss ja noch passen und noch liegt der ganze Krempel ja lokal. Zum Glück habe ich den Server auch lokal eingerichtet. Aber auch so ein Ding: von wegen mal schnell den XAMPP-Ordner in das Hauptverzeichnis verschieben – kannst du vergessen! Auch da wieder dieses zärtliche Grinsen von der KI: Tja, man legt ja auch den Apache-Server nicht in den Programme-Ordner, kein Wunder, dass es da zu Fehlermeldungen kommen kann. Tja. Eine etwas überhebliche Äußerung, so getreu dem Motto: Und ja, frag mich doch! Aber wenn du mich nicht fragst – dein Problem, Pech! Schließlich bin ich der Wissende von uns beiden. Ich hätte in die Tischkante beißen können.
Der Server hätte schlussendlich gleich im Hauptverzeichnis sein können, da gab es dann so eine dusselige Bemerkung von der KI mal nebenbei: Tja, man macht das ja auch so, dass man den im Hauptlaufwerk installiert und nicht irgendwo unter Programme. Viele Administratoren wissen das und mittlerweile hat sich das in der Community durchgesetzt. Das klang ungefähr so nach dem Motto: Da sieht man wieder mal, dass du Amateur, der du da sitzt, null Checkung hast von dem, was du da eigentlich machst.
Aber liebe KI, in dem Moment sind wir an der Stelle, wo ein zweiter Mitarbeiter immer noch mit dem Händchen winkt. Ich habe genau eine Assistentenstelle. Und wie in einem richtigen Unternehmen kann ich auch dir kündigen und kann mit dem anderen Assistenten weitermachen. Wohl wissend, dass man dann wahrscheinlich den Bock zum Gärtner macht, weil es ja genauso Probleme geben wird.
Aber wahrscheinlich zeichnet das die künstliche Intelligenz aus: Dass es die gleichen Probleme im Künstlichen gibt wie im richtigen Leben. Im richtigen Leben gäbe es genau die gleichen Personalprobleme. Da überlegst du dir dann auch: Wird es mal Zeit für einen neuen Assistenten? Oder behalte ich den alten, weil den kenne ich, bei dem kenne ich ja seine Macken?
Schön, dass die Menschheit es schafft, die Probleme der realen Welt auch in die virtuelle Welt zu holen.