Wie viele Wörter, wie viele Artikel und wie viele Essays braucht eigentlich ein Blog oder eine Webseite, um irgendwann einmal wirklich mächtig zu sein? Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, dass ich ziemlich häufig versucht habe, eine Webseite aufzubauen, und immer wieder von vorn angefangen habe.
Immer wieder habe ich darüber geschrieben, wie ich mir die Webseite neu vorstelle. Aber damit soll ja nun Schluss sein. Genau deshalb ist diese neue Webseite entstanden.
Meine spannende Frage war nun – und das ist wahrscheinlich so ein typisches Autorending –, wie viele Wörter oder Artikel eine Webseite eigentlich braucht, bis sie irgendwann einmal für Google interessant wird. Aber nicht nur für Google, sondern so ein Schwergewicht ist, dass man gar nicht mehr an ihr vorbeikommt. Worum geht es mir?
Es geht mir um das Gesetz der großen Zahlen. Mich interessieren Tausende Dinge: Flugsimulator, Hausausbau, Sanierung, Bücherschreiben, Wissenschaft, Schule, Lehren, Lernen und was weiß ich nicht alles.
Es gibt so viele Themen, die ich aufgreifen, bearbeiten und verschriftlichen möchte, dass daraus irgendwann einmal ein riesiges Fundament entstehen kann. Ich sehe meine Webseite selbst nicht als riesiges Wissensarchiv oder etwas Ähnliches. Nein, überhaupt nicht. Ich möchte mich dort autorentechnisch ausleben.
Ob diese vielen kleinen Artikel irgendwann einmal überhaupt jemanden interessieren oder gelesen werden, weiß ich nicht. Ich bin aber der Meinung, dass eine Webseite mit Tausenden von Artikeln irgendwann ein solches Schwergewicht wird, dass Google gar nicht mehr daran vorbeikommt und Menschen zwangsläufig mit ihr in Berührung kommen.
Ähnlich wird es damals beim PIEL-Verlag gewesen sein. Tja, das waren noch Zeiten, als die ersten Webseiten entstanden sind. Damals haben – genau wie ich – unzählige Menschen Webseiten entworfen und ins Internet gestellt. Mit gefährlichem Halbwissen wurde versucht, Internetseiten hochzuziehen. Dann kamen immer mehr rechtliche Anforderungen und nach und nach wurden vielen die Flügel gestutzt. Den letzten Todesstoß hat für viele Webseiten dann vermutlich die DSGVO bedeutet.
Glaube ich jedenfalls.
Aber ob das am Ende des Tages wirklich so war, kann ich weder beweisen noch belegen. Und ehrlich gesagt habe ich gerade auch keine Lust, das zu recherchieren.
Irgendwie stellt sich als Autor aber dieselbe Frage: Wie viele Wörter braucht eigentlich ein Essay?
Nehmen wir einmal ein Buch. Ein gutes Sachbuch hat ungefähr 160 bis 180 Seiten. Ich rede hier von diesen Business-Sachbüchern, die ein oder zwei Kernthemen behandeln und diese dann ausführlich ausbreiten. Dazu zählt unter anderem auch mein Networking-Buch. Im Prinzip geht es dort nur um ein Hauptthema – nämlich Networking. Und dieses Thema wird von A bis Z behandelt, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Das Gleiche machen auch viele andere Autoren.
Aber die spannende Frage ist doch: Wie groß muss so ein Werk eigentlich sein?
Rechnen wir einmal ganz grob mit 300 Wörtern pro Seite. Bei etwa 180 Seiten kommen wir auf rund 54.000 Wörter. Also ungefähr 54.000 bis 60.000 Wörter für ein Buch.
Dann hat man erst einmal ein Buch. Toll. Spannend.
Und dann?
Irgendwie ist es schon faszinierend, was man daraus alles entwickeln kann.
In der Vergangenheit habe ich mir immer wieder die Frage gestellt: Worüber sollst du eigentlich schreiben? Was interessiert die Menschen?
Am Ende lande ich aber immer wieder bei demselben Gedanken. Wenn ich mich für viele Dinge interessiere, dann wird es auch viele unterschiedliche Menschen geben, die sich für unterschiedliche Themen interessieren.
Diese alte Sau, die früher durch die Coaching-Szene getrieben wurde – „Suche dir eine Nische. Such dir genau eine Nische aus, die noch keiner besetzt hat. Dort wirst du Experte.“ – was ist eigentlich, wenn der eigene Hintern breiter ist als die Nische? Dann passt man da doch gar nicht hinein.
Also haben die Leute krampfhaft irgendwelche Nischen gesucht. „Ich bin Experte für Hairstyling in der Coaching-Branche.“ Ach du meine Güte.
Dann werden irgendwelche Koryphäen hervorgezogen. Vera F. Birkenbihl wäre zum Beispiel so jemand. Sie hat die Nische „gehirngerechtes Lernen“ besetzt. Und trotzdem denke ich mir: Das muss doch auch anders gehen.
Ich gebe zu, ich habe unzählige Untertitel ausprobiert. Alles Blödsinn.
Kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Thema.
Mir geht es nämlich um Wörter, Artikelzahlen und damit verbunden um die Anzahl der Besucher. Wir reden hier von organischem Wachstum. Wie viele Menschen kommen irgendwann über Google auf die Webseite?
Gute Frage.
Warten wir einfach einmal ab, wie sich das entwickelt.
Ich orakele einfach einmal, dass ein Blog mit ungefähr 1.000 Artikeln und einem Wortumfang von 700.000 bis 800.000 Wörtern die ersten regelmäßigen Besucher anziehen wird. Kleine, zarte Pflänzchen, die sich auf die Webseite verirren. Das ist im Moment mein Ziel.
Matthias Deutschmann hat einmal in einem Kabarett sinngemäß zu einem Politiker gesagt, dieser müsse nur lange genug schreiben, bis er seine eigenen Versprechen glaube.
So ähnlich sehe ich das bei mir inzwischen auch. Ich schreibe um des Schreibens willen. Ich brauche das einfach.
Wie sinnvoll, tiefgründig oder genial die Artikel am Ende wirklich sind, lassen wir einfach einmal offen.
Ich behaupte ganz einfach: Je mehr ich schreibe, desto besser werden manche Artikel.
Oder anders gesagt: Neunzig Prozent von dem Zeug, das man schreibt, sind eigentlich Schrott. Aber die restlichen zehn Prozent sind richtig gut. Und genau die sollte man veröffentlichen.
Also gut. Ich haue einfach hundert Prozent raus und schaue später, welche zehn Prozent davon wirklich hängen bleiben.
Vielleicht hilft mir dieser Blog mit seinen unzähligen Artikeln tatsächlich dabei, neue Leser zu gewinnen.
Das wäre schön.
Noch schöner wäre allerdings qualifiziertes Feedback.
Qualifizierter als nur: „Ist schön“ oder „Ist scheiße.“
Das wäre wirklich nicht schlecht.
Nicht wahr?