Aktuell haben wir gerade März. Es wird also hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis der neue Band um Roger Blanc erscheint – den Protagonisten der Provence-Krimis von Cay Rademacher.
Ich finde diese Reihe einfach legendär. Cay Rademacher schafft es von Band zu Band, immer wieder neue Facetten über Roger Blanc zu erzählen und den Leser tiefer in diese Figur eintauchen zu lassen.
Gleichzeitig gelingt es ihm jedes Mal, einen neuen Kriminalfall zu entwickeln, der unterhaltsam, spannend und teilweise auch lehrreich ist. Rademacher gehört für mich ganz klar zu meinen Lieblingsautoren.
Dass Cay Rademacher nicht nur Provence-Krimis schreiben kann, hat er in zahlreichen anderen Büchern, Beiträgen und journalistischen Artikeln längst bewiesen. In diesem Artikel möchte ich mich jedoch ganz bewusst ausschließlich seiner Provence-Krimi-Reihe um Roger Blanc widmen. „Mörderischer Mistral“ ist zum Beispiel ein sensationelles Buch.
Rademacher schafft es – wie viele andere Autoren auch –, bestimmte Klischees aus der Provence zu bedienen. Allerdings muss man bei diesem Wort „Klischee“ immer vorsichtig sein. Was ist wirklich ein Klischee, und was enthält vielleicht doch einen großen Kern Wahrheit?
Wer selbst einmal in der Provence unterwegs war, wer erlebt hat, wie die Menschen dort ticken und wie die Zeit dort manchmal anders zu verlaufen scheint als in Deutschland, der findet sich in den Büchern von Cay Rademacher sofort wieder.
Die Bücher greifen zwar bestimmte provinzielle Klischees auf, aber sie triefen nicht davon, wie es bei manchen anderen Provence-Krimis der Fall ist. Dort hat man manchmal den Eindruck, dass die Figuren morgens aufstehen, erst einmal eine Flasche Wein trinken, irgendwie durch den Tag stolpern und sich dann von Mahlzeit zu Mahlzeit hangeln.
Bei Roger Blanc gibt es zwar auch hier und da kulinarische Ausflüge, aber diese sind immer in die eigentliche Geschichte verwoben. Genau deshalb wirkt es nicht übertrieben oder klischeehaft, sondern eher wie eine kleine kulinarische Reise durch die Provence.
Wir werden als Leser mitgenommen auf eine Reise. Plötzlich ist man selbst ein Stück weit in der Provence unterwegs und erlebt diese Landschaft – allerdings nicht nur von ihrer schönen Seite, sondern auch von ihren Schattenseiten.
Ich gebe zu, dass ich selbst leidenschaftlich gern an der Côte d’Azur unterwegs bin. Natürlich schaut man dort gern auf die schönen Seiten des Lebens und versucht alles andere ein wenig auszublenden. Gerade im Urlaub neigt man dazu, die weniger angenehmen Dinge einfach zu übersehen.
Dass es diese anderen Seiten aber ebenfalls gibt, weiß ich auch durch Bekannte, die dort leben. Und ich habe den Eindruck, dass man mit den Büchern von Cay Rademacher gar nicht so weit von der Wirklichkeit entfernt ist – auch wenn natürlich alles Fiktion bleibt.
Viele Figuren und Ereignisse, die Rademacher beschreibt, gibt es so in der Realität natürlich nicht. Aber er schafft es, seine Geschichten so zu erzählen, dass sie sich erstaunlich nah an der Wirklichkeit anfühlen.
Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, bis der nächste Band erscheint. Immer wenn ein neuer Roger-Blanc-Krimi von Cay Rademacher herauskommt, beginnt für mich ein kleines Stück persönlicher Urlaub.
Was gibt es schließlich Schöneres, als sich mit einem guten Buch auf die Provence einzustimmen?
Oft genug habe ich es erlebt, dass ich die Bücher zunächst selbst lese und sie mir danach noch einmal als Hörbuch vorlesen lasse – gesprochen von Oliver Siebeck. Das ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis.
Mit dem richtigen Sprecher steht und fällt ein Hörbuch. Oliver Siebeck gelingt es meiner Meinung nach hervorragend, die Atmosphäre der Bücher einzufangen und genau die Stimmung zu transportieren, die Cay Rademacher in seinen Geschichten aufbaut.
Ich weiß nicht, inwiefern Cay Rademacher selbst Einfluss darauf hatte, welcher Sprecher seine Hörbücher liest. Sollte er Oliver Siebeck tatsächlich selbst ausgewählt haben, wäre das aus meiner Sicht ein echter Glücksgriff gewesen.
An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass Rademacher auch Kriminalromane geschrieben hat, die am Ende des Dritten Reichs spielen. Auch dort gelingt es ihm, spannende Geschichten mit historischem Hintergrund zu verbinden – etwas, das ich mir zunächst kaum vorstellen konnte.
In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf den nächsten Band von Cay Rademacher und auf ein weiteres Wiedersehen mit Roger Blanc. Hoffentlich müssen wir nicht mehr allzu lange darauf warten.