Ruhiges Silvesterfeuerwerk mit Lichteffekten am Nachthimmel, die die Zahl 2026 formen – KI-generiertes Bild
Bild erstellt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (OpenAI / DALL·E). Kein reales Foto

Da ist sie wieder – die jährliche Diskussion zum Thema Böllern und Feuerwerk.

Meines Erachtens wird diese Diskussion aber nicht klar geführt beziehungsweise nicht sauber auseinandergehalten.

Reden wir von einem generellen Verbot von Feuerwerk für alle?

Oder reden wir von einem Verbot dieser sinnlosen Chinaböller?

Also von den Dingen, die einfach nur bumm machen und dabei jede Menge Dreck, Staub und Müll verursachen. Oder reden wir von den heute sehr modern gewordenen Batterien, die man einmal anzündet und damit ein durchaus beeindruckendes Feuerwerk hat?

Diese Diskussion wird nicht sauber geführt. Es wird nicht klar unterschieden.

Gehen wir das doch schrittweise an.

Was auf jeden Fall Sinn macht, ist ein Verbot von Feuerwerkskörpern beziehungsweise Pyrotechnik in Gebieten mit Fachwerkhäusern. Da reicht eine schiefgelaufene Rakete, und schon steht ein ganzes Fachwerkhaus in Flammen.

Innerlich muss ich dabei allerdings schmunzeln. Denn bei modernen Häusern mit Verbundsystemen besteht die Außendämmung häufig aus reinem Styropor – also Erdöl. Auch hier reicht eine fehlgeleitete Rakete, die sich mit voller Wucht in die Dämmung bohrt, und das Haus steht lichterloh in Flammen. Ungefährlich ist das also ebenfalls nicht.

Meine eigene Erfahrung zeigt zudem, dass manche Menschen erstaunlich unsensibel mit dem Thema umgehen. Da wird fünfjährigen oder sogar noch kleineren Kindern ein römisches Licht in die Hand gedrückt mit den Worten: „Halt das mal hoch.“

Ich selbst wurde einmal beinahe von einem römischen Licht getroffen, weil ein Kleinkind Angst bekam, das Feuerwerk nach unten hielt und ein grellroter Lichtball nur knapp an meinem Gesicht vorbeiflog.

Vielen ist dabei überhaupt nicht bewusst, welche Gefahren bestehen. Es geht nicht nur um Brandschäden. Es geht um Totalausfälle, um schwere Verletzungen, im schlimmsten Fall um den Tod. Diese Pyrotechnik und die dabei entstehenden Geschosse könnten bei ungünstigem Verlauf sofort dazu führen, dass Luft aus der Lunge gedrückt wird – mit tödlichen Folgen.

Kleinkinder haben mit Pyrotechnik überhaupt nichts zu tun. Sie dürfen gerne zuschauen, aber ihnen Feuerwerkskörper in die Hand zu drücken, halte ich für grob fahrlässig und schlichtweg schwachsinnig. Dazu stehe ich. Selbst bei manchem sogenannten Kinderfeuerwerk habe ich so meine Zweifel. Auch dort gilt: nur im Beisein von Erwachsenen – was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Doch was passiert nach Silvester?

Auch das wird oft nicht bedacht. Kinder streifen umher und suchen nach fehlgeleiteten oder nicht gezündeten Feuerwerksresten. Ja, auch ich bekenne mich schuldig – das haben wir als Kinder ebenfalls gemacht.

Als ich klein war, kamen die Chinaböller auf. Das war ekelhaft. Überall nur Knallerei, kaum Farbeffekte, wenige Raketen. Am Ende sah man nur noch Nebel und hörte Explosionen, als würde Artilleriefeuer einschlagen. Das war schlichtweg schrecklich.

Da lobe ich mir die heutigen Batterien. Sie kosten zwar deutlich mehr, bieten aber ein schönes Spektakel und sind – meines Erachtens – deutlich sicherer. Eine Batterie ist breit, stabil, und bis sie umfällt, muss schon einiges passieren. Raketen und einzelne Böller sind da eine ganz andere Hausnummer.

Auch bei Raketen gilt: Eigentlich sollte ein Getränkekasten mit einer Flasche genutzt werden, um sie sicher zu starten. Eine einzelne Flasche einfach auf den Boden zu stellen, ist bereits ein Risikofaktor – erst recht bei Wind.

Die Hauptfrage ist aber nicht nur die Umweltverschmutzung. Es geht auch um den Umweltschutz insgesamt. Viele Hunde und Katzen sind in dieser Nacht massiv betroffen und drehen regelrecht durch. Kein Wunder: Ein lauter Knall wird von einem Hund deutlich intensiver wahrgenommen als von einem Menschen.

Von Umweltschützern kommt daher häufig die Forderung nach einem generellen Verbot von Feuerwerk – einmal wegen des unsinnigen Rohstoffverbrauchs und auf der anderen Seite wegen der Lautstärke. Gerade Wildtiere in angrenzenden Wäldern werden aufgeschreckt und reagieren äußerst empfindlich.

Ich habe kürzlich ein Video gesehen, in dem ein Eichhörnchen gezeigt wurde, das sich bei einem nahen Gewitter beinahe zu Tode erschreckt, als Blitz und Donner einschlagen. Natürlich handelt es sich dabei um ein natürliches Ereignis. In der Silvesternacht kommen jedoch weltweit unzählige Feuerwerke hinzu – mit entsprechender Lautstärke.

Man darf aber nicht vergessen: Das Silvesterfeuerwerk ist nur ein Puzzleteil. In einer Dokumentation, die ich vor ein paar Tagen gesehen habe, wurde dargestellt, dass Wissenschaftler mittlerweile vermuten, dass bereits mit dem Auftreten des Menschen – etwa in der Steinzeit – Tierarten ausgestorben sind, weil der Mensch so invasiv war.

Mit dem Eintreten des Menschen in Europa verschwanden plötzlich bestimmte Tierarten. Es gibt durchaus Hinweise auf eine Korrelation zwischen menschlicher Ausbreitung und Artensterben. Wenn wir ehrlich sind: Gibt es überhaupt noch einen Flecken Erde, der nicht vom Menschen beeinflusst ist?

Über 90 Prozent unserer Wälder sind bewirtschaftet und stellen keinen Urwald mehr dar – selbst dann nicht, wenn sie als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Das ist traurig. Gleichzeitig müssen Metropolen ernährt werden, und riesige Flächen außerhalb der Städte werden vom Menschen genutzt. Was wir der Natur antun, ist erheblich.

Und wie halte ich es selbst damit?

Werde ich unter all diesen Aspekten ein Feuerwerk zünden?

Meine Antwort ist: ja.

Für mich hat es etwas Traditionelles. Ich hätte aber auch kein Problem damit, wenn es verboten würde. Für mich geht es um das symbolische Vertreiben böser Geister – so unwissenschaftlich das auch sein mag. Dieses Ritual möchte ich beibehalten.

Ich werde jedoch nicht böllern. Mir geht es um Lichteffekte. Deshalb setze ich – wie auch in den letzten Jahren – auf Batterien.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch, dass wir gesund bleiben und dass nichts passiert. Und natürlich, dass alle die bestehenden Sicherheitsvorschriften beachten.

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