Warum die neue Arielle-Synchronisation ein Fehler ist
Vor kurzem bin ich eher durch Zufall wieder auf Arielle, die Meerjungfrau gestoßen. Der Anlass war simpel: Mein Töchterchen wünscht sich den entsprechenden LEGO-Bausatz, was natürlich kein Problem darstellt. Doch sobald das Thema auf die Hörbücher oder Filme kommt und man über Alexa die neuen Synchronfassungen abspielt, überkommt einen das kalte Grauen. Die neuen Dialekte und Sprecher klingen einfach nur plastisch.
Der unvergleichliche Charme der Originalstimmen
Wer wissen möchte, wie künstlich eine KI-hafte Vertonung klingen kann, der sollte sich die Aufnahmen aus den späten 90ern anhören. Es ist schlichtweg grauenhaft. Als ich das erste Mal diese neuen Stimmen hörte, haben sich mir buchstäblich die Nackenhaare aufgestellt. Das geht in meinen Augen gar nicht. Die alten Sprecher waren wahre Koryphäen und absolut unübertroffen.
Denken wir nur an Sebastian, den Krabben-Dirigenten. Seine originale, voluminöse und raumfüllende Stimme verlieh der Figur Seele. Auch Arielle hatte im Gesprochenen eine fantastische Stimme. Dass beim Gesang damals eine andere Person am Werk war, fiel doch niemandem wirklich auf, solange man den Film genoss. Warum also hat man bei Disney die Entscheidung getroffen, das Ganze aufgrund irgendwelcher Richtlinien komplett neu zu synchronisieren?
Entscheidungen am Kunden vorbei
Man fragt sich unweigerlich, wer solche Entscheidungen trifft. Welcher Verantwortliche setzt sich hin und entscheidet, dass eine etablierte Synchronisation, die jeder kennt und liebt, ersetzt werden muss? Wenn man einmal die Originalsprecher gewohnt war, wirkt jede neue Fassung wie ein Schlag ins Gesicht. Es war eine der größten Fehlentscheidungen in der Synchronisationsgeschichte.
Darüber könnte ich mich stundenlang aufregen. Normalerweise sollte in einem Management-Prozess irgendwann der Zeigefinger gehoben werden, um bei derart unsinnigen Projekten ein Stopp-Signal zu setzen. Doch hier wurde gehandelt, ohne Rücksicht auf die Qualität und die Fangemeinde.
Warum bewährte Qualität bestehen bleiben sollte
Für mich gilt fest: Die einzige wahre Vertonung von Arielle, die Meerjungfrau ist die aus dem Jahr 1989. Punkt, aus, Komma, Schluss. Damit möchte ich die generelle Leistung moderner Sprecher gar nicht abwerten, aber sie kommen einfach nicht an das Niveau von damals heran.
Warum muss man etwas Gutes dermaßen kaputt machen? Das Prinzip „Never change a running system“ gilt hier mehr denn je. Disney hat damals komplett widersprochen und damit ein Stück Kindheitserinnerung nachhaltig beschädigt. Das ist ein Vorgehen, das aus meiner Sicht einfach nicht geht.