Mit „Black House“ haben Stephen King und Peter Straub den Nachfolger von „Der Talisman“ geliefert. Schon „Der Talisman“ war ein spannendes Buch gewesen.

Tatsächlich haben es die beiden Autoren geschafft, eine sehr gute Verbindung zum ersten Band herzustellen. Wir befinden uns erneut in der Welt – im Universum von Stephen King und seinem Dunklen Turm.

Offiziell gehört „Black House“ nicht zur Turmreihe. Wenn man jedoch genauer hinsieht, ist das Buch so eng mit dieser Welt verwoben, dass man kaum umhinkommt, es zumindest als eine Art Spin-off der Hauptreihe zu betrachten.

Ähnlich wie es bei Star Wars mit „Rogue One“ oder „Han Solo“ gemacht wurde: Geschichten, die nicht direkt zur Hauptreihe gehören, aber dennoch fest im gleichen Universum verankert sind.

Was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat, ist die ungewöhnliche Erzählperspektive. Keine Angst – ich werde hier nichts spoilern. Dieses Buch muss man selbst erleben.

Spannend ist vor allem das ständige Rein- und Rauszoomen der Erzählung. Stephen King und Peter Straub nehmen den Leser mit in die Geschichte hinein, lösen sich dann wieder davon und lassen uns gewissermaßen über dem Ort schweben, während wir die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

Wir tauchen in eine Szene ein, beobachten die Figuren, lösen uns wieder davon und bewegen uns weiter durch den Ort, um andere Ereignisse zu betrachten. Diese Art des Erzählens ist ungewöhnlich – aber sehr spannend.

Ich gebe zu, dass ich am Anfang ein wenig Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Das legte sich jedoch relativ schnell.

Ich glaube im Nachhinein, dass diese Startschwierigkeiten eher daran lagen, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe und dabei vermutlich zu oft abgelenkt war.

Gelesen wurde das Hörbuch von David Nathan – dem ich in einem anderen Artikel auf diesem Blog bereits eine eigene Würdigung gewidmet habe.

Wieder einmal hat David Nathan das Buch sensationell vorgetragen.

Für mich gibt es daher eine klare Empfehlung: Wer Stephen King liebt, wird sich in diesem Buch wiederfinden. Man muss allerdings die Art des Erzählens mögen, denn stellenweise ist der Roman sehr detailreich.

Für manche Leser vielleicht sogar zu detailreich.

Stephen King schafft es jedoch – wie in vielen seiner Bücher –, Details zu liefern und gleichzeitig die Handlung weiter voranzutreiben.

Für mich ist „Black House“ übrigens kein klassischer Horrorroman. Stephen King wird zwar gerne mit Horror in Verbindung gebracht, aber dieses Buch funktioniert für mich eher anders.

Natürlich gibt es Elemente, die man dem Horror zuordnen könnte – etwa die dunklen Kräfte oder die Figur des Roten Königs. Auch einige Szenen besitzen durchaus eine düstere Atmosphäre.

Aber eigentlich ist die Geschichte viel mehr als nur Horror.

Vielleicht könnte man es sogar als eine Mischung aus Krimi, Fantasy und Horror bezeichnen – falls es so ein Genre überhaupt gibt.

Im Mittelpunkt steht Jack Sawyer, der inzwischen Polizist geworden ist und sich in einer kleinen Stadt einem brutalen Kriminalfall stellen muss.

Doch die Spur führt nicht nur durch die normale Welt, sondern auch wieder in die Territorien.

Und genau diese Verbindung zwischen Realität und fantastischer Welt macht den besonderen Reiz dieses Romans aus.

Wir bewegen uns ständig zwischen zwei Ebenen – zwischen Kriminalgeschichte und dunkler Fantasie.

Vielleicht müsste man für solche Bücher tatsächlich ein eigenes Genre erfinden: das Stephen-King-Genre.

Ich selbst bin kein Literaturwissenschaftler. Ich lese viel und höre viele Bücher – aber auf Genredefinitionen möchte ich mich hier nicht zu sehr versteifen.

Wichtig ist am Ende etwas anderes: Das Buch ist durchgehend spannend erzählt und macht einfach Spaß – egal ob man es liest oder hört.

Für mich daher eine klare Empfehlung.

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