Die ätzenden Blaualgen: Wenn unsere Seen im Sommer sterben

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Die ätzenden Blaualgen: Wenn unsere Seen im Sommer sterben

Die ätzenden Blaualgen beziehungsweise Cyanobakterien. Die Frage ist ja, ob wir davon in den nächsten Jahren vermehrt betroffen sind? Denn wenn wir den Prognosen glauben, werden wir ja den Klimawandel noch viel mehr zu spüren bekommen. Die Dürre in Europa wird weiter anhalten und die sommerliche Hitze wird noch stärker werden. Die Perioden von langen Sommertagen mit hoher Hitze werden immer länger, die Niederschläge viel zu gering. Die Wahrscheinlichkeit also, dass die Blaualge, die eigentlich gar keine Alge ist, sondern ein Bakterium, zur Blüte führt, ist damit relativ hoch.

Was genau sind Cyanobakterien?

Aber was ist das da eigentlich, was uns da irgendwo bedroht? Ganz genau genommen ist es ja eigentlich eine Bakterienart, die Cyanobakterien. Uralte Mikroorganismen, die in jedem Gewässer vorkommen. Aber warum treten sie in der letzten Zeit vermehrt auf und führen jeden Teich zum Kippen? Und was heißt das eigentlich - kippen?

Die Ursachen: Überdüngung und steigende Temperaturen

Durch unsere anhaltende intensive Landwirtschaft und die damit folgliche Überdüngung durch zu viel Phosphor und Stickstoff finden die Bakterien natürlich einen unglaublich guten Lebensraum. Aber auch natürliche Einträge durch Laub oder verschiedene andere Stoffe, die in die Gewässer gelangen und sich damit anreichern, führen dazu, dass die Bakterien sich unglaublich vermehren können. Was jetzt der Klimawandel damit zu tun hat, ist auch relativ leicht zu erklären: Die kleinen Viecher lieben das warme Wasser, und da es im Sommer immer wärmer wird und immer heißer und die andauernden Hitzeperioden immer länger anhalten, heizen sich Flüsse und Seen immer weiter auf und die Bakterien feiern ein Freudenfest.

Betroffene Gewässer: Altenberger See und Bad Salzunger Burgsee

Insbesondere stille Gewässer, gerade wie hier der Altenberger See, sind davon betroffen. Der Burgsee ist schon lange gekippt. Auch kein Wunder, bei dem knallt die Sonne volles Rohr rein, da ist wenig Schutz drumherum. Hier am Altenberger See hast du ja immer noch etwas Baumbestand, der den See immer noch davon abhält, so schnell zu kippen. Aber auch der Altenberger See ist eben nicht komplett frei, und so kommt es, dass er jetzt auch anfängt zu kippen. Die ersten Blütennester von diesen Bakterien sind bereits zu sehen.

Toxische Gefahr für Mensch und Tier

Aber was macht die Viecher denn entsprechend so giftig? Sie bilden Toxine, Gifte. Cyanotoxine werden sie wohl genannt. Die reichen von leichten Giften – wobei man das nicht als leichtes Gift nennen kann, wenn die Leber zersetzt und geschädigt wird – bis hin zu hochgradig schweren Giften, die Lähmung und Atemnot herbeiführen können. Wo kommen die Gifte her? Die Gifte werden freigesetzt von den Bakterien, wenn die Viecher sterben. Sie platzen auf und dabei werden die Toxine frei. Wenn jetzt Hunde oder Kinder im Wasser unterwegs sind und das Wasser in den Mund bekommen und natürlicherweise irgendwie das Wasser verschlucken, kann das verheerende Folgen haben. Gerade für Hunde oder Kinder ist es besonders schlimm, weil das Verhältnis von Körpergewicht zu Toxineintrag entsprechend hoch ist.

Der ökologische Kollaps eines Sees

Was passiert denn eigentlich mit so einem Ökosystem, wenn diese Blaualgen sich so massiv vermehren? Durch diesen unglaublichen dichten Algenteppich kommt es zu einem großen Lichtmangel. Lichtmangel führt zum Mangel an Fotosynthese, Wasserpflanzen sterben ab. Es kommt zum Sauerstoffkollaps, weil einfach im Teich kein Sauerstoff mehr drin ist. Der See kippt, wie wir es im Allgemeinen bezeichnen. Das führt zu zahlreichem Fisch- und Artensterben und damit ist das ganze Gewässer einfach tot. Wahnsinn.

Ein Blick in die Zukunft und ein philosophischer Gedanke

Müssen wir große Bedenken haben, wie das in Zukunft weitergehen wird? Werden wir dann nur noch bis zum Juni im Altenberger See baden können und irgendwann gar nicht mehr, weil bereits Mitte Juli die Algen anfangen zu blühen? Wahnsinn. Warten wir mal ab, wie das weitergehen wird mit den ganzen Gewässern. Gerade blicke ich noch auf eine Eiche, bei der der Eichenprozessionsspinner gesehen wurde. Da geht mir so langsam durch den Kopf, ob die Natur versucht, sich von dem Parasiten Mensch zu wehren. Aber das geht ja schon fast in eine philosophische Richtung.

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