Vom neuen Zugfahrzeug zur Wohnwagen-Auflastung: Mein Erfahrungsbericht
Der Traum vom Bus und der neue Führerschein
Da ich letztes Jahr mein Auto verabschiedet hatte und ein neues Auto her musste, bin ich zwangsweise dazu zur Auflastung vom Wohnwagen gekommen. Die Reparaturkosten für meinen Mercedes wären dermaßen hoch gewesen, dass es wirtschaftlich einfach sinnlos gewesen wäre, das Geld dem Auto hinterherzuschmeißen, das ja mittlerweile über 300.000 Kilometer runter hatte. Was also tun? Ich erfüllte mir also den lang gehegten Traum von einem Bus. Ich liebe es, so einen Bus zu fahren. Das war schon jeher mein Traum gewesen, seit ich das erste Mal in so einem Bus gesessen hatte. Gesagt, getan, und das Baby habe ich nach langem Suchen gefunden. Der absolute Traum wäre natürlich ein Mercedes Vito, aber erstens bin ich kein König und schwimme im Geld, und weiß, dass ein Bus entsprechend teuer ist. Jede Reparatur beim Mercedes Vito wird mal eben locker bei einem vierstelligen Betrag liegen, und es ist eben ein Mercedes. Wer Mercedes fährt, muss eben auch Mercedes bezahlen, so ist meine unumstößliche Logik. Wie dem auch sei, ich bin nach langem Suchen eben auf meinen Opel Zafira gekommen.
Da die Gesamtmasse des Autos damit entsprechend inklusive Anhänger höher liegt als 3,5 Tonnen, brauchte ich auch einen neuen Führerschein. Und das war auch relativ schnell erledigt innerhalb von zwei Wochen, und so war ich nun entsprechend stolzer Besitzer eines BE-Führerscheins.
Die Auflastung: KI-Warnungen vs. Realität
Irgendwann saß ich dann beim Abendessen und mir ging durch den Kopf, dass ich ja nun nicht nur 1,3 Tonnen an mein Auto hängen könnte, sondern eben auch eine wesentlich höhere Nutzlast. Ich hatte in meinen anderen Artikeln ja bereits beschrieben, dass ich die Hobby-Wohnwagenwerke angeschrieben hatte wegen der möglichen Auflastung. Vorher hatte ich die KI noch gefragt, wie das überhaupt funktioniert. Und die hat schon mit einem erhobenen Zeigefinger gewunken und gesagt: 'Achtung, Achtung, ganz kompliziert, ganz schwierig, fast nicht machbar.' Am Ende war es relativ einfach. Ich habe die notwendigen Daten inklusive des Fahrzeugscheins einfach zu den Hobby-Wohnwagenwerken geschickt und hatte innerhalb kürzester Zeit sofort die Möglichkeit genannt bekommen, was möglich ist. Leider waren nur 50 Kilogramm Auflastung möglich, weil der Wohnwagen einfach zu alt ist und die erforderlichen Komponenten für eine noch höhere Auflastung auf 1,5 Tonnen oder mehr nicht mehr zu besorgen waren.
Warum sich auch 50 kg lohnen: Der Luxus eines Geschirrspülers
Um den Aufwand in entsprechendem Maße zu halten, habe ich mich entschieden, die kleine Auflastung von 50 Kilogramm dennoch zu nutzen. Warum? Relativ einfach benannt: Ich habe mir den Luxus gegönnt und in den Wohnwagen einen Geschirrspüler eingebaut. Das kann man an anderer Stelle noch mal diskutieren, ob das jetzt sinnvoll ist oder nicht, ich jedenfalls möchte den Geschirrspüler nicht mehr missen. Inklusive Geschirrspüler komme ich nun auf ein Leergewicht von 1320 Kilogramm, wobei bei mir Leergewicht gemeint ist inklusive Klamotten und so weiter. Für meine Zwecke reicht das vollkommen aus und ein viel höheres Gewicht möchte ich eigentlich auch gar nicht ziehen. Das sind ja auch alles Sachen, die irgendwo Kosten verursachen. Und bei den heutigen Spritpreisen, denke ich mal, sollte man jedes Kilo zweimal überlegen, was man da in den Wohnwagen reinhaut.
Kosten und Bürokratie: Der Weg durch die Instanzen
Aber kommen wir noch mal zu den Kosten. Das eigentliche Protokoll beziehungsweise Gutachten von den Hobby-Wohnwagenwerken war um und bei ein Hunni, also sagen wir mal irgendwas bei 120 Euro für die Kalkulation. In dem Gutachten stand dann drin, welche technischen Voraussetzungen gegeben sind, damit man entsprechend den Wohnwagen auflasten kann. Aber wie sind jetzt nun die nächsten Arbeitsschritte? Die nächsten Arbeitsschritte sind, dass man dann zum TÜV fährt, den Wohnwagen vorstellt, inklusive des Gutachtens, und der dann entsprechend noch seinen Senf dazu schreibt. Das waren dann auch noch mal 170 Euro. Denn einmal ging es um den Wohnwagen direkt und es ging noch mal um die Tempo-100-Zulassung, zu der der TÜV dann auch noch mal was zu sagen hatte. Na ja, sei's drum. Bürokratie in Deutschland.
Nachdem das erledigt war, ging es zur Zulassungsstelle. Die war im Verhältnis zu dem ganzen anderen Salat noch relativ günstig mit ihren paar und 15 Euro, die man da irgendwie bezahlt hat. Waren das jetzt alle Kosten gewesen? Nein. Kurze Zeit später gab es einen Brief vom Hauptzollamt. Ich war schon etwas verwundert: Habe ich irgendwas nicht verzollt oder habe ich irgendwas in China bestellt? Nein, es ging um die Kfz-Steuer. Denn pro angefangenem 100 Kilogramm muss man eine entsprechende Gebühr bezahlen. Dementsprechend musste ich also jetzt eine höhere Steuer zahlen für den Wohnwagen. Summa summarum sind die Kfz-Steuern für den Wohnwagen ja Peanuts, aber nichtsdestotrotz sind es ja trotzdem wieder Euros, die dann irgendwo mal auftauchen.
Fazit: Lohnt sich die Auflastung?
Wenn also jemand seinen Wohnwagen durchaus von 1300 Kilogramm auf 1500 oder 1700 Kilogramm auflasten möchte, wie ich es auch schon gesehen hatte, der sollte dann wirklich aufpassen, was er da macht. Die Kosten können dann leicht aus dem Ruder laufen, und das sollte man dann wirklich mal im Auge behalten, ob sich das dann wirklich lohnt. Mein Wohni ist ja mittlerweile 30 Jahre alt und für meine Bedürfnisse reicht das, wie gesagt, vollkommen aus. Mehr muss es nicht sein, und mehr Sprit möchte ich ja nun auch nicht verpulvern.