Warum ich das Camping liebe: Freiheit, Minimalismus und die Herausforderung des Aufbaus
Ich liebe es zu campen. Aber man kann ja die Frage stellen, warum eigentlich? Gehen wir doch einfach mal die Alternativen durch.
Hotel versus Wohnwagen
Da haben wir das schöne Hotel. Ich war in meinem Leben irre oft in Hotels unterwegs gewesen. All-inclusive-Hotels hatte ich bis jetzt noch nicht so auf meiner Urlaubsagenda gehabt, da kam es nicht dazu. Aber ich hatte auf der anderen Seite eben oft genug auch beruflich mit den Hotels zu tun gehabt. Auf die Dauer ist das für meine Figur nicht unbedingt zuträglich, wenn ich da so mein Gewicht betrachte. Auf der anderen Seite war es zwar schön gewesen: Das Frühstück wird gemacht, wenn du möchtest, kannst du Mittagessen gehen und Abendessen. Das ist schon was Schönes. Das Bett wird aufgeräumt und du hast, logischerweise, zum Reisen relativ wenig Gepäck. Das ist ja einer der größten Nachteile, wenn man so will, wenn man campen geht. Da ist dieser irre große Wohnwagen – je nach Größe logischerweise, aber meiner ist ja nun mit sieben Metern kein kleines Teil. Dazu noch das ganze Equipment drumherum, was man alles selber mitbringen muss: das fahrende Schlafzimmer und die Küche. Ein großer Vorteil beim Hotel ist logischerweise die Ordnung. Da, wo man nicht viel Gepäck hat, kann man ja eigentlich auch nicht viel Unordnung machen. Wobei das manche Lebensgefährten oder Menschen ja auch noch hinbekommen.
Die Freiheit der Natur am See
Man kann ja immer noch die Frage stellen, wie sinnhaft das ist, mit dem Wohnwagen irgendwo hinzufahren und zwei Wochen an einem Standort zu bleiben. Da kann man doch auch gleich ein Hotel nehmen, oder nicht? Nun ja, sagen wir es mal so: Ein Hotel ist doch dann irgendwie eingeschränkt. Beim Hotel hast du das kleine Hotelzimmer. Ich gehe mal davon aus, dass der gemeine Bürger sich eine Suite, eine Präsidentensuite oder Ähnliches mit mehreren Zimmern wohl kaum leisten kann. Gegenargument: Na ja, beim Wohnwagen hast du technisch gesehen auch nicht viel mehr Raum. Aber da bin ich anderer Meinung. Denn da mache ich die Tür auf vom Wohnwagen und trete heraus in die freie Natur. Gerade hier am See, am Altenberger See, ist das ja eine ganz andere Hausnummer. Da ist der See und alles, was dazu gehört, irgendwie doch ein riesiges Zimmer. Und da merkt man ja dann doch wieder, dass der Mensch irgendwie in die Natur gehört – zumindest meiner Meinung nach.
Minimalismus und das eigene Bett
Jeder Reisestil hat logischerweise seine Vor- und Nachteile. Was fasziniert mich also an dem Campen? Ich habe mein eigenes Bett. Wie oft habe ich schon in fremden Betten geschlafen, gerade was Hotels betrifft. Und wie oft hat man dann die Frage: Wer war da wohl vorher drin gewesen und, ach du meine Güte, was haben die vorher in dem Bett gemacht? Nein, mir reicht das so. Mich fasziniert außerdem beim Campen das Minimalistische. Du hast irgendwie alles dabei: eine Küche, einen Grill, was zu trinken, die Lebensmittel, das Bett zum Schlafen. Das, was du als Mensch irgendwie brauchst. Es hat irgendwas Rudimentäres an sich. Und dennoch hat man irgendwie alles, was man braucht. Gut, lassen wir uns mal darüber lachen, dass wir in der modernen Welt ja trotzdem hier noch WLAN brauchen. Gebe ich offen und ehrlich zu: Das Internet ist mir mittlerweile mehr als ans Herz gewachsen. Gerade das Schreiben – ich schreibe ja nun ausschließlich digital, nicht mit Papier und Hand. Da könnte ich die Fülle und die Masse, die ich momentan an Output herausbringe – ich sehe ja auch meine PWA dazu und meine Einträge dazu –, gar nicht so heraushauen.
Flexibilität und die Logistik des Aufbaus
Momentan habe ich bei den größeren Ausflügen, gerade nach Frankreich oder Dänemark, was auch immer, immer noch einen fixen Punkt, wo wir das Zelt aufschlagen. Aber das ist ja der ungemeine Vorteil vom Wohnwagen beziehungsweise auch vom Wohnmobil in diesem Zusammenhang: dass man dann eben flexibel ist. Und oft genug beobachte ich, gerade hier auch am Altenberger See, die Menschen, die einfach anfragen, ob noch ein Plätzchen frei ist, dann hierherkommen, eben eine Nacht hier schlafen und dann wieder weiterfahren. Dazu muss ich aber sagen, ist mein Wohnwagen noch nicht ganz ausgerüstet. Und was noch erschwerend hinzukommt: Ich habe immer noch keine Logik geschafft für meinen Wohnwagen, dass ich sage – ähnlicherweise wie beim Flugzeug –, alles hat seinen festen Platz. Alles hat genau einen Platz. Das fehlt mir immer noch, das ist dann die nächste Ausbaustufe vom Wohnwagen. Das merkt man auch beim Packen. Theoretisch müsste es wirklich so sein, dass man sagt: Okay, bestimmte Dinge bleiben im Auto, da diskutiert man gar nicht, und bestimmte Dinge gehören in den Wohnwagen, auch da wird großartig gar nicht diskutiert. Mein Wunschtraum ist ja auch mal eine andere Art Urlaub, eine Art Hopping-Urlaub, wenn man so will, oder Jumping-Urlaub – keine Ahnung, wie man das nennen möchte. Meine Idee ist, dass man einfach losfährt und dann schaut, wie weit man an dem Tag kommt. Wenn die gewünschte Fahrzeit dann abgelaufen ist, man sich hinsetzt und dann eben einen möglichen Platz sucht. Dann fährt man auf diesen Platz, stellt sich auf den freien Platz dort hin und genießt. Schaut mal, was man da so entdeckt und so weiter. Am nächsten Morgen packt man dann wieder zusammen und fährt weiter. Dieses ganze Prozedere von Zusammenpacken, Weiterfahren, Anhalten, Auspacken darf eben nicht lange dauern. Aktuell ist Anhalten und Aufrechterhalten durchaus ein Zeitfaktor von knapp zweieinhalb Stunden – wirklich von: Wir kommen an, wir bauen das Zelt auf, wir räumen alle Kisten raus, wir packen alles dahin, wo es hinmuss, Herd aufbauen, Tisch aufbauen und so weiter. Das ist mir tatsächlich dann doch etwas lang. Der normale Boarding-Prozess sollte nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Und zu diesen zweieinhalb Stunden gehört eben auch noch, den Wohnwagen richtig hinzustellen. Und da ich keinen Mover am Wohnwagen habe, brauche ich dann eben da auch noch mal eine Möglichkeit, wie ich das mache. Eine Idee ist ja momentan, einen Mover für die Deichsel zu holen, statt zusätzlich noch 60 Kilo unter den Wohnwagen zu hängen. Da der Wohnwagen mit 1350 Kilogramm beschränkt ist, muss man dann schon mal kalkulieren. Und auf die Errungenschaft meines Geschirrspülers möchte ich hier nun wirklich nicht verzichten. Also gilt es da, noch mal eine gewisse Logik zu finden und zu überlegen, wie man das Ganze umsetzen kann.
Mein Fazit: Ein Lebensstil
Aber summa summarum bleibt eben zum Schluss: Ich liebe das Campen. Es ist einfach so. Und ich habe damit für mich auch eine Art Lebensstil entdeckt – minimalistisch auf den Kern des Themas zurückzukommen. Und das macht einfach Spaß. Ich habe auch das Gefühl, dass es für die Kinder in der freien Natur, diese Ungezwungenheit, doch wesentlich schöner ist. Auch mal die Natur zu entdecken, ist ja auch mal ein wichtiges Thema. Auf jeden Fall ist es ein wunderschönes Hobby.