Warum ich den Google Discover Feed abgeschaltet habe

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Ein konzentrierter Mensch arbeitet an einem Schreibtisch ohne Ablenkung durch ein Smartphone.
KI-generiert

Wie schnell wischt man doch auf seinem Handy herum? Wie schnell kann man doch eine App öffnen und wieder schließen? Wenn man das bei Teenagern beobachtet, möchte man fast schon schimpfen. Bleib doch mal geduldig. Bediene das Ding langsam und ruhig. Meine Güte, wie kann man nur so schnell hin und her wischen? Und man selber? Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich bei diesem bescheuerten Feed abrutsche. Das ist auch der Grund, warum ich den Google Discover Feed abgeschaltet habe. Ich setze mich hin, nehme das Handy in die Hand, möchte etwas ganz anderes machen, rutsche aber irgendwie rein – zufällig oder schon automatisch.

Digitale Ablenkung und ihre Tücken

Wir dürfen rätseln. Einmal nach links wischen, den Google Discover Feed sehen und sich erst einmal über die bescheuerten Nachrichten und unsere Mitmenschen aufregen. Muss das sein? Interessiert mich das gerade? Nein, überhaupt nicht. Die wichtigen Nachrichten, das gebe ich offen und ehrlich zu, bekomme ich eigentlich als Newsletter. Da hat Martin Suter ein neues Buch veröffentlicht, Gert Heidenreich wird irgendwo sprechen und Cay Rademacher ist gerade dabei, ein neues Buch fertigzustellen. Das sind doch die Dinge, die mich interessieren.

Dann gibt es noch andere Nachrichten. Die Grafikkartenpreise sind schon wieder gestiegen, ach du meine Güte. Und so scrollen wir uns langsam durch den Feed hindurch, bleiben beim Ukraine-Krieg hängen, irgendwas mit Selenskyj, Putin und Co. – man bekommt schon wieder Drehzahl und vergisst vollkommen, dass man eigentlich etwas anderes machen wollte. Das Multifunktions-Tool Handy muss man, das muss man leider Gottes dazu sagen, doch bitte mal einschränken. Heutzutage mutieren manche Meldungen ja nicht mal mehr zu wirklichen Nachrichten, sondern zu Clickbaits, zu komischen Artikeln, die null Mehrwert bringen.

Mehrwert vs. Zeitfresser

Erst letztens hatte ich wieder so etwas gelesen: „Diese zehn geheimen Funktionen von Google musst du kennen, um mit der Suchmaschine besser zu arbeiten.“ Da stand auch allen Ernstes drin, dass man sogar die KI-Suchfunktion ausschalten kann. Ach du meine Güte. Das war nun wirklich kein großer Wurf für einen neuen Hack mit Google. Allerdings, das gebe ich wieder zu, stand da auch drin, dass man sich Grafiken, also mathematische Funktionen, anzeigen lassen kann. Prima. Brauchen wir das fürs tägliche Leben? Ich als Lehrer vielleicht. Die Allgemeinheit bestimmt nicht. Oder doch? Keine Ahnung.

Fest steht, dass ich gezielt nach Informationen suchen möchte und diesen einen Kanal nun auch schließe, denn eines ist klar: Wir werden von allen möglichen Ecken und Kanten mit Informationen zugeballert. Wenn ich den Chrome-Browser öffne, sind diese ganzen Werbeaktionen, die sich da Nachrichten nennen wollen, mittlerweile auch abgeschlossen. „Schon gewusst, da gibt's übrigens den Prime Day.“ Ach Mensch, ich wollte doch gar nicht scrollen. Schon wieder erwischt. Da war man schon wieder auf irgendeinem Angebot und das, was man eigentlich machen wollte, hat man wieder aus den Augen verloren. Kann nicht sein, so was.

Bewusster Medienkonsum im Alltag

Meine klare Empfehlung daher: Ich suche gerne nach Nachrichten und schaue mir das auch gerne an, aber dann, wenn ich die Zeit habe und damit arbeiten möchte – und nicht, wenn mein Gehirn denkt, es braucht jetzt einen Dopamin-Kick und müsste irgendwo herumscrollen. Nein, danke. Facebook, TikTok und Co. sind alle auf einem separaten Handy, das außer Reichweite liegt. Und da, das gebe ich offen und ehrlich zu, ist es eine Wohltat, dass diese Apps nicht mehr auf dem Haupthandy sind.

Der Hintergrund ist relativ einfach: Ist man erst einmal permanent dabei, darin herumzuscrollen, merkt man, wie viel sinnlose Zeit man damit verbrennt. Oft genug sind 99 Prozent der Informationen, die man da findet, aus meiner Sicht sinnlos geworden. Da gibt es genügend Gegenstimmen, da bin ich mir sicher, und Gott bewahre: Ich möchte euch euer soziales Medium und die ganzen Dinge nicht madig quatschen. Ich persönlich habe einfach keine Zeit dafür. Die Projekte, die ich abwickeln möchte, sind einfach zu zahlreich. Das Leben ist zu kurz, als dass man es mit sinnlosen Informationen verbringen könnte.

Ob der geneigte Leser bei diesem Artikel denkt, dass er eigentlich überflüssig ist, mag ich bezweifeln, denn ob Google mich hier mit diesem Artikel wirklich in den Feed bringen würde, das lassen wir mal außen vor. Auch die sozialen Medien werden diesen Artikel mit Sicherheit nicht unbedingt halten. Der Anti-Posting-Post. Na gut, lassen wir das. So viel zu dem Thema. Genug der Worte dazu. Der Feed ist aus, mein Gehirn beruhigt und ich kann mich stillschweigend den wirklich wichtigen Projekten widmen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man personalisierte Feeds wie Google Discover deaktivieren?

Die Deaktivierung hilft dabei, den ständigen Impuls zu unterdrücken, unbewusst in sinnlose Informationsschleifen zu geraten und wertvolle Zeit zu sparen.

Wie entkommt man dem ständigen Drang zum Scrollen?

Eine bewusste Trennung von Arbeitsgeräten und sozialen Medien sowie die bewusste Suche nach Inhalten statt passiver Berieselung sind wirksame Strategien.

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