Kunststoffverbundrohre richtig verarbeiten: Ein Leitfaden für die Hausinstallation

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Hand in Arbeitshandschuh kalibriert ein weißes Kunststoffverbundrohr mit einem sternförmigen Mehrfach-Kalibrierdorn.
Eigenes Foto

Die Verarbeitung von Kunststoffverbundrohren gestaltet sich im Prinzip relativ unkompliziert. Zur Grundausstattung gehört eine spezielle Rohrschere, mit der die Rohre passgenau auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden. Da diese Rohre aus einem dreifachen Verbund von Kunststoff, Aluminium und einem Innenrohr bestehen, lassen sie sich flexibel verformen.  Um eine korrekte Verbindung herzustellen, ist die Verwendung eines sogenannten Kalibrierdorns unerlässlich.

 

Präzision bei der Vorbereitung

Das Funktionsprinzip des Kalibrierdorns ist einfach: Der Zapfen wird in das Rohr eingeführt und durch Drehbewegungen im und gegen den Uhrzeigersinn betätigt. Dabei greifen die Metallösen des Dorns in das Verbundrohr und schaben einen kleinen, gleichmäßigen Konus in die Rohröffnung. Dieser Schritt ist zwingend erforderlich, um das Rohr später mühelos über das Anschlussstück schieben zu können.

 

Umgang mit unterschiedlichen Rohrgrößen

In der Praxis kommen meist drei Standardgrößen zum Einsatz: 16 mm, 20 mm und 26 mm. Zwar ist auch die Verwendung von 32-mm-Verbundrohren möglich, jedoch nur bedingt zu empfehlen. Wenn der Konus bei den größeren Durchmessern nicht absolut präzise gesetzt wurde oder das Rohr nicht korrekt kalibriert ist, können sich die innenliegenden O-Ringe beim Zusammenstecken leicht abnutzen oder sogar beschädigt werden. Dies ist ein entscheidender Nachteil bei der Handhabung der größeren Dimensionen.

Sicherheit durch saubere Kanten

Nach der Kalibrierung sollte das Rohrende noch einmal auf verbliebene Grate überprüft und gegebenenfalls nachbearbeitet werden.Ist das Rohr vollständig gratfrei, lassen sich die kleineren Dimensionen sehr einfach montieren. Während die Klemmverschraubungen bei den 16er- bis 26er-Rohren fast spielerisch gelingen, erfordern die 32-mm-Rohre deutlich mehr Kraft beim Zusammenstecken und Ausrichten. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn diese großen Rohre später gelöst werden müssen, um Erweiterungen einzubauen.

Tipps für eine dichte Installation

Insgesamt erinnert das System fast ein wenig an das Prinzip Lego für Erwachsene. Wer statt Klemmverschraubungen lieber Pressfittings verwendet, sollte die kleinen Sichtöffnungen an den Fittings nutzen. Diese zeigen an, ob das Rohr korrekt und bis zum Anschlag eingesteckt wurde. Generell gilt bei allen Verbindungsarten: Nur absolute 90-Grad-Winkelschnitte gewährleisten, dass das Rohr sicher über die Dichtung gleitet und das System dauerhaft dicht bleibt.

Effizientes Arbeiten durch Systemlösungen

Ein großer Vorteil dieser Rohrsysteme ist die bereits werkseitig mitgelieferte Dämmung, was die Arbeitszeit auf der Baustelle erheblich verkürzt. Man darf den zeitlichen Aufwand nicht unterschätzen, der entstünde, wenn jedes Rohr nachträglich manuell gedämmt werden müsste. Während die Standarddämmung für normale Wohnräume meist ausreicht, kann man bei Bedarf, etwa in kühlen Kellerbereichen, zusätzlich nachdämmen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist der Kalibrierdorn so wichtig?

Er sorgt für einen gleichmäßigen Konus am Rohrende, wodurch sich das Rohr leicht und beschädigungsfrei über den Anschluss schieben lässt.

Worauf muss beim Zuschnitt geachtet werden?

Es muss zwingend ein gerader 90-Grad-Schnitt erfolgen, da nur so eine vollständige Abdichtung an der Dichtung gewährleistet werden kann.

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