Verbundrohre sanieren: Warum ich auf Schraubfittings statt Pressfittings setze

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An der Decke montierte weiße Verbundrohre mit markanten Schraubfittings und zwei roten Absperrventilen in einem Keller.
Eigenes Foto

Ich liebe es ja, mit Verbundrohren zu arbeiten. Ich hatte erst überlegt, ob ich bei der aktuellen Sanierung wieder auf Pressfittings gehe, bin dann aber am Ende doch wieder bei den Schraubfittings gelandet. Das hat einen einfachen Grund: Da ich zeitlich flexibel arbeiten muss und mich schrittweise die Rohrleitung entlang aufbaue, machen Pressfittings für mich keinen Sinn. Ich bin mir natürlich im Klaren darüber, dass man mit der Presszange wesentlich besser arbeiten kann, als jedes Mal die Verschraubungen mühsam von Hand zu setzen. Das ist schon aufwendiger, das gebe ich zu.

Warum Schraubfittings für flexible Projekte ideal sind

Aber erstens kostet so eine Presszange ein Schweinegeld. Zweitens sind die Rohre nicht innerhalb von einem Wochenende verlegt – zumindest schaffe ich das zeitlich nicht. Und drittens ist es organisatorisch absolut hanebüchen. Man kann sich zwar kurzfristig eine Presszange ausleihen. Es gibt zwar auch bei Amazon verschiedene Angebote, aber wenn man das Kleingedruckte liest oder sich näher damit beschäftigt, kannst du diese Zangen absolut vergessen. Am Ende des Tages soll das ja fest und dicht werden, und wer ein paar Mal damit gearbeitet hat, weiß, dass billiger Murks keinen Sinn macht.

Leider haben mir die Hellweg-Profibaumärkte zugemacht, wo es auch Werkzeug zum Ausleihen gab. Nun sind die nächsten Baumärkte nach meinem Kenntnisstand rund 45 Minuten entfernt. Den geliebten Fachhandwerker um die Ecke, sofern man ihn kennt, kann man natürlich mal bitten, am Wochenende eine Presszange auszuleihen, aber nun ja – so viel zum Thema Networking. Nur wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, kann der weiterhelfen. Ich bin aktuell wieder bei den Schraubfittings angekommen, weil ich damit Erfahrung gesammelt habe und gut zurechtkomme.

Herausforderungen bei größeren Nennweiten

Wie geht man da vor? Ich habe 16er, 20er, 26er und 32er Verbundrohr im Einsatz. Ich muss aber offen und ehrlich zugeben: Ab der Nennweite 32 mm ist das ein Kraftakt. Ich kriege es zwar gerade hin, aber der Kalibrierdorn ist dann eine ganz andere Hausnummer. Ich gebe zu, dass ich da gerade keinen richtigen habe und die paar Löcher, die ich zu bewerkstelligen habe, mit einem Cuttermesser bearbeite, was gut funktioniert. Das kann man aber nur machen, wenn man entsprechendes handwerkliches Geschick hat.

Das große Problem ab dem 26er Verbundrohr – schlimmer noch beim 32er – ist, dass die kleinen Dichtungsringe beim Einsetzen gerne kaputtgehen. Wenn man die Rohre zusammengesetzt hat und anfängt zu verschrauben, kann es durchaus sein, dass genau diese Stellen undicht werden und nachbearbeitet werden müssen. Das ist schon ziemlich ätzend. Aber nun gut, nicht jedes System hat nur Vorteile. Ansonsten ist es, wie gesagt, schon ziemlich praktisch.

Fehler vermeiden und Vorteile bei der Wartung nutzen

Einen Schraubfitting habe ich mal versaut, weil ich die Rohrzange angesetzt habe, um das T-Stück festzuhalten, während ich auf der anderen Seite verschrauben wollte. Dabei bin ich mit der Zange ins Gehäuse vom Fitting gekommen und habe es zusammengedrückt. Als ich dann die Dichtheitsprobe gemacht habe, war ich doch etwas überrascht, als ich eine kleine Fontäne in der Nähe des Speichers hatte. Ich habe mich erst gewundert, wo das herkommt, weil es so fein zerstäubt war, bis ich irgendwann den Übeltäter gefunden hatte.

Die Revision ist soweit relativ einfach. Man braucht nur die Schraube vom Fitting zu lösen, kann einen neuen einsetzen, setzt wieder alles zusammen und fertig. Dahingehend bin ich wirklich überzeugt. Sehr schön ist mittlerweile auch, dass man gemäß GEG schon Dämmung um die Rohre bekommt. Damit erfüllt man die 50-Prozent-Regel, dessen muss man sich bewusst sein. Hier und da, zum Beispiel im Keller, werde ich deshalb die bestehenden Rohre noch mal mit Wärmedämmung nachrüsten. Nicht weiter wild – Dämmung plus Dämmung ergibt Superdämmung, so nach dem Motto. Spaß beiseite: Die Arbeit mit dem Verbundrohr macht sehr viel Spaß.

Mit der entsprechenden Zange zum Schneiden und einem passenden Kalibrierdorn für die jeweiligen Nennweiten geht das ziemlich leicht von der Hand. Am einfachsten lässt sich logischerweise Nennweite 16 bearbeiten. Nennweite 20 mm ist auch noch sehr überschaubar, und wie gesagt, ab Nennweite 26 wird es etwas anstrengender. Beim Einkauf empfehle ich zwei Onlineshops: Heizungsdiscount24 und Stabilo Sanitär. Die haben vom Sortiment her eine Menge zu bieten.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Schraubfittings für Heimwerker oft die bessere Wahl?

Sie ermöglichen eine zeitlich flexible Arbeitsweise ohne teure Leih-Pressmaschinen und sind ideal für kleinteilige Sanierungsprojekte geeignet.

Worauf muss man bei großen Nennweiten ab 26 mm achten?

Der Kraftaufwand ist deutlich höher und es besteht das Risiko, dass die Dichtungsringe beim Verschrauben beschädigt werden, was zu Undichtigkeiten führt.

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