Endlich mal wieder ein schöner Thriller oder Horrorfilm über einen weißen Hai! Im Wasser der Seine wurde auf Netflix sogar als inoffizieller Nachfolger von Der weiße Hai angekündigt – zumindest suggeriert das die Filmbeschreibung.
Doch kann der französische Hai-Horror wirklich überzeugen? Spoiler: Nein. Aber er unterhält – unfreiwillig.
Ein Hai schwimmt nach Paris – und keiner fragt warum
Der Film beginnt direkt mit einem riesigen Hai. Die Animationen? Ganz okay. Aber was Der weiße Hai vor Jahrzehnten mit weniger Budget hinbekam, wirkt heute noch realistischer als das hier.
Immerhin wird früh die Frage aufgeworfen, warum das Tier so riesig ist. Die Antwort? Gibt’s nicht. Der Hai ist halt einfach groß – und gefährlich.
Damit es auch gleich spannend losgeht, wird die komplette Crew auf einmal ausgelöscht. Emotional? Nicht wirklich. Glaubwürdig? Auch nicht. Eher ein Häkchen auf der „Wir brauchen Drama“-Checkliste.
Paris, die Seine und ein Hai mit Heimatgefühlen
Aus unerklärlichen Gründen verlässt das Tier die Weiten des Ozeans, um durch die Seine zu schwimmen – offenbar auf der Suche nach… ja, was eigentlich? Ein WG-Zimmer in den Katakomben? Einen alternativen Lebensstil im Pariser Untergrund?
Die künstlerische Botschaft erschließt sich mir nicht. Weg aus der Natur, rein in die Stadt, Subkultur statt Ökosystem?
Wie sagte Wigald Boning schon in RTL Samstag Nacht: Was will uns der Künstler damit sagen?
Wenn die Behörden versagen, regiert der Hai
Die einzige Überlebende des Anfangsdramas erkennt das Tier wieder – und versucht, Paris zu warnen. Doch niemand glaubt ihr. Die narzisstische Bürgermeisterin hat nur ihre Sportveranstaltung im Kopf.
Was folgt, ist so vorhersehbar wie enttäuschend: Der Hai frisst sich durch Triathleten und Festbesucher. Klar, ein paar Schockmomente gibt’s – aber nichts, was man nicht schon zigmal gesehen hätte.
Evolution? Explosion! – Das Finale als Tiefpunkt
Plötzlich mutiert der Hai zur selbstreproduzierenden Superart, die keine Männchen mehr braucht. Die Botschaft: Männer werden nicht mehr gebraucht? Bitte was?
Dann der Höhepunkt (oder eher Tiefpunkt): Eine Explosion überflutet Paris. Wirklich. Einfach so. Und plötzlich sitzen alle auf Dächern, während Haie weiter umherschwimmen.
Ein Happy End? Fehlanzeige. Stattdessen: Ankündigung für Teil 2.
Fazit – Der Hai hat keinen Biss
Im Wasser der Seine ist der Beweis, dass selbst Haie unter der Stadtgrenze von Paris ihren Biss verlieren. Was bleibt, ist ein humorvolles Beispiel dafür, wie aus einem Horrorfilm eine unfreiwillige Satire wird.
Teil 2? Werde ich mir garantiert nicht ansehen.